5.02.2016 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Mehr Hilfen für Bauern
Angesichts der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage in der heimischen Landwirtschaft hat Frankreichs Agrarminister Stéphane Le Foll weitere Finanzhilfen für die Bauern in Aussicht gestellt. Diese sind als Ergänzung zum Hilfspaket der Pariser Regierung vom September 2015 gedacht.

Hilfen sollen auch Betriebe erhalten, die durch die Vogelgrippe und die Blauzungenkrankheit sowie die Trockenheit im vergangenen Sommer in Mitleidenschaft gezogenen wurden. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums richtet sich die Unterstützung in Höhe von insgesamt 125 Mio. Euro (138 Mio. Fr.) nun auch an Ackerbaubetriebe. Davon fliessen jeweils 50 Mio. Euro (55 Mio. Fr.)  in den Sonderfonds zur Umschuldung (FAC) und in die Reduzierung der Beiträge zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung (MSA).

Hilfen wurden erwartet

Ausserdem werden 25 Mio. Euro (27,5 Mio. Fr.) bereitgestellt, um das tilgungsfreie Jahr für Bankkredite bis zum 30. Juni 2016 zu verlängern. Zugleich soll diese Möglichkeit nun auch anderen Landwirten offenstehen, die in Schwierigkeit geraten sind. Dies betrifft vor allem Getreideproduzenten aus weniger ertragreichen Regionen sowie Produzenten von Stopfleberenten und Gemüseanbauer.

Der Präsident des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Xavier Beulin, erklärte gegenüber heimischen Medien, dass er die Ergänzungsmassnahmen zur Kenntnis nehme. Zugleich forderte er die Verwaltung auf, die Bearbeitungszeit zu beschleunigen. Die von Le Foll jetzt vorgelegten Hilfen seien in der Branche „erwartet“ worden, um die Tierseuchenkrise verkraften zu können.

Beulin beklagte die „Flickschusterei“ der Hilfsmassnahmen. Dies zeige, dass die strukturellen Probleme in der französischen Landwirtschaft nicht angegangen würden. Erst in der vorvergangenen Woche hatte der FNSEA-Präsident die „unzureichende“ Präsenz von Le Foll in der aktuellen Krise beklagt und diesen zum Handeln aufgefordert.

Hilfen für Schäden durch Trockenheit

Le Foll will den Tierhaltern im Südwesten Frankreichs und den Brütereien 130 Mio. Euro (143 Mio. Fr.) als Entschädigung für Einkommensverluste zahlen, die im Zuge der Vogelgrippe und der damit verbundenen Sanierungsmassnahmen entstanden sind. Darüber hinaus wurden nachträglich zusätzliche Entschädigungen für Unternehmen präzisiert. Beispielsweise ist eine Verschiebung oder Befreiung von Sozialabgaben und Steuerzahlungen möglich. Ausserdem kündigte die Regierung an, notwendige Investitionen der Tierhalter und Brütereien staatlich zu unterstützen.

Darüber hinaus greift Paris den von der Blauzungenkrankheit betroffenen Betrieben mit 35 Mio. Euro unter die Arme. So sind 31 Mio. Euro an Entschädigung für die Milchviehhalter und 4 Mio. Euro für Viehhändler vorgesehen, die von dem verhängten Transportverbot betroffen sind.

Im Hinblick auf die Trockenheit im vergangenen Sommer und die damit verbundenen Beeinträchtigungen für die Landwirtschaft erklärte Le Foll, dass erste Hilfen zum Jahresende ausgezahlt worden seien. Die Anerkennung weiterer von der Trockenheit betroffener Gebiete solle fortgesetzt werden.

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