18.02.2020 09:52
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Detailhändler gebüsst
In Frankreich sind jetzt erstmals auf der Grundlage des Gesetzes zur Stärkung der Erzeuger Strafen gegen Unternehmen des Detailhandels verhängt worden.

Aufgrund von Verstössen gegen die Vorgaben zu den jährlichen Lieferverhandlungen mit der Agrar- und Ernährungswirtschaft belegte die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherfragen und Nahrungsmittelkontrolle (DGCCRF) die Einzelhandelsketten Carrefour, Système U und Intermarché mit Bussgeldern von insgesamt rund 4,29 Mio Euro (4,56 Mio. Franken). 

Der Löwenanteil entfällt mit 2,93 Mio Euro (3,11 Mio. Franken) auf Carrefour; vergleichsweise glimpflich kommt dagegen Intermarché mit 211'000 Euro (224'246 Franken) davon. Nach Angaben der DGCCRF wurden mit einer „signifikanten Anzahl von Lieferanten“ Vereinbarungen erst nach dem Ende der gesetzlichen Frist zum 1. März getroffen.

Für mehr Transparenz

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und insbesondere der Frist sei notwendig, um die Geschäftsbeziehungen zwischen Händlern und Lieferanten transparent und ausgewogen zu gestalten. Die Verzögerung von Vertragsabschlüssen verschiebe das Marktgleichgewicht zugunsten des Einzelhandels. Die Höhe der Strafen bemisst sich der DGCCRF zufolge an der Anzahl der Verstösse sowie an dem zugrundeliegenden Umsatz.

Die aktuellen Lieferverhandlungen laufen derweil nach Angaben der Regierung friedlicher als in den Vorjahren ab. Landwirtschaftsminister Didier Guillaume und Wirtschafts-Staatssekretärin Agnès Pannier-Runacher erklärten bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses zur Überwachung der Handelsbeziehungen, dass Fortschritte zu verzeichnen seien. In bestimmten Bereichen, beispielsweise bei Milch sowie Schweine- und Rindfleisch, seien Verbesserungen erreicht worden.

Keine Fortschritte für Landwirtschaft

Laut Guillaume und Pannier-Runacher konnten zudem kleine und mittlere Unternehmen bessere Vertragskonditionen erzielen als grosse Konzerne. Dem Enthusiasmus der Regierung mochte sich der französische Bauernverband (FNSEA) indes nicht anschliessen.

Der Verband räumte zwar ein, dass das Klima in diesem Jahr ruhiger zu sein scheine, bemängelte aber zugleich das Fehlen konkreter Fortschritte zugunsten der Landwirte. Es müsse sichergestellt werden, dass auch die Erzeuger von den erzielten Preissteigerungen profitierten. Nach Schätzungen des FNSEA wird in den nachgelagerten Gliedern der Nahrungsmittelkette ein Mehrwert von mindesten 1 Mrd Euro (1,06 Mrd Franken) generiert. 

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