7.06.2016 11:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Agrarland immer teurer
Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind in Frankreich ungeachtet der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage und der schwachen Agrarmärkte auch 2015 weiter gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.

Wie der Direktor des Dachverbandes der Landentwicklungsgesellschaften (FNSAFER), Robert Levesque, jetzt bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 zum ländlichen Bodenmarkt berichtete, wurden im Berichtsjahr rund 75'000 Transaktionen getätigt. Dabei wechselten 342'000 ha für insgesamt 30,5 Mrd. Euro (33,55 Mrd. Fr.) die Eigentümer.

Erstmals 6'000 Euro-Grenze überschritten

Die Preise für Acker- und Weideland stiegen im vergangenen Jahr gegenüber 2014 im Mittel um 1,6% auf 6'010 Euro/ha (6611 Fr.). Erstmals wurde die Marke von 6'000 Euro überschritten. Aufgrund der Krise in der französischen Tierhaltung hat sich der
Abstand zwischen den Bodenpreisen in Tierhaltungs- und Ackerbauregionen weiter vergrössert, und zwar auf zuletzt 29%.

Im Durchschnitt kostete 2015 ein Hektar in den viehstarken Regionen 4'500 Euro (4'950 Fr.), während Käufer in Gebieten mit vornehmlich Gemischtbetrieben im Mittel 5'620 Euro/ha (6'180 Fr.) zahlten. In den Ackerbaugebieten beliefen sich die durchschnittlichen Hektarpreise auf 7'230 Euro (7'950 Fr.). Das war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 4,9%. Die Hektarpreise für Pachtland stiegen im Mittel um 1,4 % auf 4470 Euro (4'920 Fr.).

Gut 140'000 Euro (154'000 Fr.) für ein Hektar AOP-Rebfläche

Weiter erhöht hat sich der absolute Preisabstand zwischen Rebflächen mit geschützter Herkunftsangabe (AOP) und denen ohne. Während die Hektarpreise für Flächen mit AOP-Reben um 3 % auf durchschnittlich 140'500 Euro zulegten, verteuerten sich die Areale ohne AOP-Kennzeichnung um 3,1% auf 13'100 Euro/ha (14'400 Fr.).

Selbst wenn die Champagneflächen, deren Hektarpreise mittlerweile die Marke von 1 Mio. Euro geknackt haben, ausgeklammert werden, bleibt der Abstand enorm: So kletterten die Preise für AOP-Rebflächen ohne Berücksichtigung der Champagne der FNSAFER zufolge im Mittel um 4,6% auf 64'100 Euro (70'500 Fr.) je Hektar, wobei in Burgund und im Rhône-Tal überdurchschnittliche Aufschläge verzeichnet wurden.

Ruf nach stärkerer Regulation

Darüber hinaus berichtete der Dachverband, dass sich 2015 der Anteil der Käufer in Gestalt von Unternehmen weiter erhöht habe. So nahm ihr Anteil am Markt für frei verkäufliche Flächen um 14% und am Markt für Pachtland um 9% zu. FNSAFER-Präsident Emmanuel Hyest forderte die Regierung deshalb auf, den landwirtschaftlichen Bodenmarkt stärker zu regulieren.

So könne „unsere Nahrungsmittelsouveränität“ erhalten bleiben. Als erster Schritt müssten dafür die Transaktionen besser kontrolliert werden.

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