25.12.2012 07:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Russland
Extreme Kälte fordert Dutzende Tote - Wintergetreide teilweise verloren
Der klirrende Frost hat in Russland landesweit bereits Dutzende Menschen das Leben gekostet. Mehr als 1200 Menschen mussten wegen Erfrierungen in Spitälern betreut werden. Die Region um die Hauptstadt Moskau erlebte die bislang kälteste Nacht des Winters.

Besonders eisig war es mit minus 32 Grad im Dorf Tscherusti im Osten Moskaus, wie die Agentur Itar-Tass am Montag meldete. Angesichts des kalten Wetters durften Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre kleinen Kinder in die Grundschule schicken. Die Schulen hätten geöffnet, Fehlzeiten würden aber nicht als Schwänzen gewertet, teilte die Schulbehörde mit.

In Sibrien unter -40 Grad

Allein am Sonntag erfroren sieben Menschen, darunter ein Kind. Experten gehen aber von einer deutlich höheren Zahl aus. Vor allem für Obdachlose stehen kaum warme Orte mit heisser Verpflegung oder Notquartiere bereit.

Im Osten des Riesenreichs war es mit Temperaturen von unter minus 40 Grad noch deutlich kälter. Das Zivilschutzministerium schickte ein Flugzeug mit 60 Öfen in die südsibirische Teilrepublik Tuwa. In der Region an der Grenze zur Mongolei fiel bei tagelangen Frösten zum wiederholten Male ein Heizkraftwerk aus. Im Dorf Chowu-Aksy waren daraufhin mehr als 1000 Menschen ohne Strom. Etwa 300 Einwohner kamen in Notquartieren unter.

Bis zu einem Drittel des Wintergetreides zerstört

Mehrere Frauen und Kinder wurden per Helikopter zu Verwandten in die nächste Grossstadt geflogen. Republikchef Scholban Kara-ool  forderte die Behörden auf, die Strassen für den Verkehr freizuhalten, damit die Menschen die Notstandsregion verlassen könnten.

Das Winterwetter hat auch Folgen für die Landwirtschaft im Riesenreich. In fünf Regionen sei bis zu einem Drittel der Wintergetreide-Aussaat verloren, sagte Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch. Landesweit lägen die Verluste aber mit 8 bis 9 Prozent im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

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