20.01.2017 14:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Grossbritannien
Erntehelfer-Mangel befürchtet
Für britische Landwirte sind nicht nur drohende Handelshemmnisse durch den Brexit ein Problem. Jedes Jahr kommen rund 80'000 Erntehelfer aus der EU nach Grossbritannien.

Im Januar helfen sie bei der Narzissenzucht, im Sommer bei der Erdbeerernte, im Sommer werden Äpfel gepflückt, im Dezember steht die Rosenkohlernte an. Bereits im Oktober sagten zwei auf die Erntehelfer spezialisierte Arbeitsagenturen der Nachrichtenagentur Reuters, sie hätten nicht genug Bewerber für die 600 offenen Stellen finden können.

Die Agentur Fruitful Jobs berichtete, in ihren Büros in Polen und Bulgarien sei die Zahl der Bewerber drastisch zurückgegangen. Bauern klagen jedoch, mit britischen Erntehelfern lasse sich der Verlust dieser erfahrenen Feldarbeiter nicht ersetzen.

Der grösste Teil der britischen Agrarexporte fliesst in die EU. Von Ausfuhren im Wert von 23,4 Milliarden Euro gingen 2014 rund 61 Prozent in EU-Länder. Die Agrareinfuhren beliefen sich in dem Jahr auf 49,1 Milliarden Euro. Knapp drei Viertel davon kamen aus der EU.

Sollten die Handelsströme ins Stocken kommen, sind die Folgen für fast alle EU-27-Staaten weniger schmerzhaft als für Grossbritannien, da in den EU-Ländern im Gegensatz zum Königreich ein vergleichsweise geringerer Anteil der Im- und Exporte betroffen ist. Eine Ausnahme ist Irland, dessen Agrarexporte 2015 zu 43 Prozent in das Vereinigte Königreich gingen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE