29.06.2020 08:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Brexit
Einigung soll her
Die Gespräche zwischen den Unterhändlern Grossbritanniens und der EU über ein Anschlussabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase gehen am Montag in eine neue Runde. Die bisherigen vier Verhandlungsrunden waren weitgehend ergebnislos verlaufen.

Beide Seiten hatten bei einem Spitzengespräch Mitte Juni vereinbart, die Gespräche zu intensivieren. Dafür sollte der britische Chefunterhändler David Frost bereits am Sonntag mit einem etwa 20-köpfigen Team zu einer einwöchigen Verhandlungsrunde in Brüssel eintreffen, wie der «Telegraph» berichtete.

Die britische Seite drückt offenbar aufs Tempo. Grossbritannien werde keine Zeit verschwenden für Gespräche, die nicht vorangingen, zitierte der «Telegraph» am Samstagabend eine ungenannte Regierungsquelle in London. Es gebe keinen Grund, warum nicht schon im Sommer der grobe Umriss eines Abkommens da sein sollte. Eine Einigung im Herbst sei «viel zu spät», weil die Wirtschaft Klarheit brauche.

Für seinen Unterhändler Frost hat Premierminister Boris Johnson laut Medienberichten dann bereits die Rolle des Nationalen Sicherheitsberaters vorgesehen. Dieser Posten wird derzeit noch vom obersten Regierungsbeamten Mark Sedwill ausgefüllt, der am Sonntag aber seinen Rücktritt bis Ende September ankündigte. Britische Medien interpretierten den Schritt als Ergebnis eines Machtkampfs im Regierungsapparat. Johnson und sein umstrittener Berater Dominic Cummings wollten einen Brexit-Anhänger an der Spitze der Regierungsbeamten, so die Berichte.

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