1.10.2013 10:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Deutsche Milchbauern müssen wohl Superabgaben zahlen
Deutsche und österreichische Milchbauern müssen sich darauf einstellen, für das Milchquotenjahr 2012/13 Superabgaben zu zahlen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die der Stellvertretende Leiter der Brüsseler Generaldirektion Landwirtschaft, Hermanus Versteijlen, vergangene Woche auf der Konferenz zur Zukunft des EU-Milchmarkts nach 2015 vorstellte.

Danach überlieferten die deutschen Produzenten ihre verfügbare Gesamtquote von annähernd 30 Mio. t im vergangenen Milchwirtschaftsjahr um 0,1 %, während Österreichs Milchbauern ihre Obergrenze von knapp 3 Mio. t sogar um 3,6 % übertrafen.

Holland und Frankreich unterliefern

Ebenfalls Milchüberschüsse erzielten Dänemark und Polen sowie Zypern, während die niederländischen Produzenten hinter ihrem verfügbaren Kontingent von etwa 12 Mio. t um 0,4 % zurückblieben. In Irland, wie Holland zuletzt ein Überlieferer, blieb die Milchproduktion sogar um 3,0% hinter dem Potential von 5,7 Mio. t zurück. Der zweitgrösste Milchproduzent der Gemeinschaft, Frankreich, verpasst seine Garantiemenge von etwa 26 Mio. t um 7,4%. Das war eine etwa doppelt so grosse Lücke wie im Jahr davor.
Am hinteren Ende der Skala rangierten Rumänien und Bulgarien, die ihre Quote jeweils nur ungefähr zur Hälfte füllen konnten. Die vollständigen Zahlen werden für diese Woche erwartet. Versteijlen betonte, die Kommission gehe nicht davon aus, dass es mit dem Auslaufen der Quotenregelung Ende 2015 zu einem Angebotsschock kommen werde. Allerdings räumte er ein, um das Gleichgewicht am Binnenmarkt zu wahren, werde der Absatz von EU-Milchprodukten am Weltmarkt immer wichtiger.

Produktion dürfte moderat steigen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) griff anlässlich der Konferenz einige Ergebnisse der dort vorgestellten Studie von Ernst &Young heraus. Die Abschaffung der Milchquote werde die europäischen Milche nach Ansicht der Forscher insgesamt wettbewerbsfähiger machen, berichtete der DBV. Dies führe teilweise aber zu räumlichen Verschiebungen der Milchproduktion innerhalb der Europäischen Union.

So sei vor allem in Portugal, Teilen von Spanien, Italien und Griechenland sowie im Baltikum und im nördlichen Finnland mit einem Rückgang der Milchanlieferungen zu rechnen. Insgesamt werde die europäische Milchproduzent jedoch moderat ansteigen, so zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden. Der aktuelle Trend werde sich also weiter fortsetzen.

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