12.06.2014 14:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Jacqueline Graber
Deutschland
Der Europa-Park setzt auf regionale Produkte
Rund 5 Millionen Menschen besuchen jährlich den Europa-Park in Rust. Da wird auch viel gegessen. Insgesamt stehen 50 Restaurants und Imbissstände zur Verfügung. Viele Produkte kommen dabei von Landwirten aus der Region.

In 2,5 Sekunden von null auf hundert! Wer den Adrenalinkick sucht, der kommt beim Blue Fire Mega Coaster auf seine Kosten. Doch der Europa-Park in Rust (D) hat noch viel mehr zu bieten als die Stahlachterbahn.

Mit dem Alpenexpress können die Besucher durch das Gebirge fahren und  mit der Euro-Mir mit Tempo 80 in kreiselnden Gondeln in die Tiefe sausen. Nebst den rasanten Bahnen hat es auch viele Attraktionen für weniger Wagemutige.

100 km Strauchwerk

Der Europa-Park, Deutschlands grösster Freizeitpark, liegt in der Nähe der Autobahn A5 im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz. Der ganze Park entspricht ungefähr der Fläche von 20 Fussballfeldern. «Zum Areal gehört auch ein 550 Jahre alter Schlosspark mit sehr altem Baumbestand», erklärt Jürgen Sedler, Chef der Europa-Park-Gärtnerei.

Gemeinsam mit seinen 35 Mitarbeitenden ist er zuständig für die Flora im Park. «Dreimal pro Jahr schneiden wir die Hecken», erklärt der Fachmann. Das seien jedes Mal rund 100 Kilometer Strauchwerk. Imposant ist auch die Zahl der jährlich gesetzten Blumenzwiebeln: 15'000 Tulpen, Nelken und Narzissen. «Wir ziehen die Blumen nicht selber, sondern bestellen sie bei Gärtnereien in der Umgebung.»

1800 Tonnen Kürbise

Der Freizeitpark hat auch zahlreiche  Bauern in der Region unter Vertrag, die  Kürbisse für die Halloweenzeit anpflanzen. Über 25 Sorten, insgesamt 1800 Tonnen, werden im Herbst im ganzen Areal aufgestellt.

Doch die Landwirte können den Europa-Park nicht nur mit Kürbissen beliefern: «Wir kaufen unsere Milch bei einem Grosshändler. Dieser hat 1300 Bauern aus der Region unter Vertrag», sagt Werner Ganser, Direktor Park-und Eventgastronomie, der für den Einkauf der gesamthaft 50 Restaurants und Imbissstände im Park zuständig ist. 

Ebenso stamme das Fleisch von Rindern und Schweinen, die in der Region eingestallt waren. «Wann immer möglich, kaufen wir auch das Gemüse, den Salat, die Früchte und den Wein in der Region.» Und mit Region meint Ganser den Umkreis von ungefähr 100 Kilometern. In diesem Radius befinden sich auch die Bauern, die eine Hühnerzucht betreiben und für die Lieferung der Hühnereier verantwortlich sind. «Ich bin überzeugt, dass je länger je mehr die Parkbesucher auf die Herkunft der Lebensmittel achten», sagt der Gastroexperte. 

60 Tonnen Raclette aus dem Wallis

Beliebt bei den Besuchern sei auch das «Raclette Valdor». Diese Spezialität werde eigens aus dem Wallis importiert, «insgesamt 60 Tonnen pro Jahr», sagt Werner Ganser und weist auf eine weitere Spezialität hin: das Bio-Dinkelbrot. Das Rezept dafür hat Marianne Mack, die Ehefrau des Parkbesitzers Roland Mack, kreiert. Und die Mehlmischung, wie könnte es anders sein, wird in einer nahe gelegenen Mühle gemahlen. 

http://www.europapark.de/lang-de/Home/c1174.html

Zahlen und Fakten
Eröffnung: 12. Juli 1975
Lage: Deutschland, Gemeinde Rust/Baden bei Freiburg
Gesamtfläche: 134 Hektaren, davon 95 Hektaren bebaut
Inhaber: Familie Mack
Mitarbeiter in der Saison: über 3500
Besucherzahl 2013: knapp 5 Millionen
Herkunftsland der Besucher: Deutschland 49 Prozent, Frankreich 24 Prozent, Schweiz 20 Prozent, sonstige 7 Prozent
Übernachtungsmöglichkeiten: 5 Hotels im Park, Gästehaus und Camp Resort
Bettenzahl: 4500

 

 

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