28.09.2016 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
D: 10'000 Milchbauern wollen weniger produzieren
Die Europäische Union hat ein Programm zu Drosselung der Milchproduktion aufgelegt. Die Landwirte erhalten während drei Monaten für jeden nicht produzierten Liter Milch 14 Cent (15.2 Rp.). In Deutschland wollen rund 10'000 Bauern am Programm teilnehmen.

In der EU wird zu viel Milch produziert. Die Folge sind sinkende Milchpreise. Diese vermögen die Kosten der Bauern bei weitem nicht decken. Um etwas Linderung zu verschaffen, hat die Europäische Union ein Milchverringerungsprogramm initiiert.

1,07 Millionen Tonnen

Das Programm, für das insgesamt 150 Millionen Euro (164 Mio. Franken) zur Verfügung stehen, soll die Produzenten zu einer freiwilligen Verringerung der Produktion animieren und so den Markt entlasten. Für jeden Liter Milch, den die Bauern weniger erzeugen, erhalten sie 14 Cent. Die Mittel von 150 Millionen Euro ermöglichen Ausgleichszahlungen für 1,07 Millionen Tonnen Milch.

Die Milchbauern müssen aber im Referenzzeitraum des Vorjahrs (Oktober bis Dezember 2015) und im Juli 2016 an Erstkäufer – wie Molkereien, Händler oder Erzeugerorganisationen – Milch geliefert haben. Die beantragte Reduktionsmenge muss mindestens 1'500 kg betragen und darf maximal 50% der Liefermenge der Referenzperiode im Vorjahr ausmachen.

Deutschland grösster Produzent


In Deutschland haben 9947 Betriebe einen Antrag zur Drosselung eingereicht. Damit will jeder siebte Milchbauer am Programm teilnehmen. Die meisten Anträge stammen aus den Bundesländern Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt. Deutschland ist mit 33 Millionen Tonnen Milch der grösste Produzent in der EU.

In der ersten Runde summieren sich die Anträge der EU-Staaten für einen Ausgleich der Milchmengen-Reduktion auf 1,06 Millionen Tonnen. Die finanziellen Mittel des Programms reichen für Zahlungen für insgesamt 1,07 Mio. Tonnen. Damit sind nur noch 11'407 Tonnen übrig. Für diese besteht weiter eine Antragsmöglichkeit, es muss jedoch laut aiz.info mit einem Kürzungsfaktor gerechnet werden, weil die Menge nur noch gering ist.

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