16.08.2015 08:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Agrarmärkte
China spart beim Einkauf von Agrargütern
Die chinesischen Importeure haben in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres für den Bezug landwirtschaftlicher Rohstoffe merklich weniger Geld ausgegeben als im Vorjahreszeitraum.

 Laut Daten des Pekinger Landwirtschaftsministeriums wurden von Januar bis Mai 2015 Agrargüter im Wert von 46,3 Mrd $ (42,2 Mrd Euro) eingeführt; im Vergleich zur Vorjahresperiode entsprach das einem Minus von 14,1 %. Die Exporterlöse nahmen ebenfalls ab, allerdings nur um 2,0 % auf 27,3 Mrd $ (24,9 Mrd Euro). Damit hat sich das Handelsdefizit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut ein Viertel auf 19,0 Mrd $ (17,3 Mrd Euro) verringert.

Gespart hat die Volksrepublik vor allem beim Einkauf von Speiseöl. So wurden beispielsweise gut ein Fünftel weniger Palmöl und mehr als ein Drittel weniger Rapsöl eingeführt; die Importausgaben für diese Warenposition zusammen gingen im Vorjahresvergleich um 37,5 % auf 2,1 Mrd $ (1,9 Mrd Euro) zurück. Beim wichtigsten Kostenblock, den Ölsaaten, mussten die Importeure im Vergleich zu den ersten fünf Monaten 2014 mit 14,0 Mrd $ (12,8 Mrd Euro) insgesamt 23,8 % weniger Geld anlegen. Grund war der niedrigere Einkaufspreis, denn die Bezugsmenge des Hauptprodukts Sojabohnen ging nur um 2,7 % zurück. Geringer als in der Vorjahresperiode fielen auch die Ausgaben für den Import von tierischen Veredlungserzeugnissen aus. Der betreffende Einfuhrwert sank im Vorjahresjahresvergleich um ein Fünftel auf knapp 8,5 Mrd $ (7,7 Mrd Euro).

Bemerkbar machte sich hierbei ganz stark der deutlich reduzierte Bezug von Milchpulver, der um 43,7 % auf 378 000 t sank. Die Einfuhr von Schaffleisch wurde in den ersten fünf Monaten 2015 von der Volksrepublik mengenmäßig um 23,8 % eingeschränkt, während der Bezug von Schweine- und Rindfleisch um 0,1 % beziehungsweise 8,4 % zulegte. Neuere Handelsdaten für Schweinefleisch auf Basis der chinesischen Zollstatistik lassen einen zuletzt merklichen Anstieg der Importe erwarten. Nach Angaben der britischen Absatzförderungsorganisation (AHDB) lagen die Schweinefleischeinfuhren im ersten Halbjahr mit 320 000 t um fast 8 % über dem Vorjahresniveau.

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