10.03.2016 14:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
China
China: Lebensmittel deutlich teurer
Steigende Preise für Lebensmittel haben die Inflationsrate in China im Februar auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Ökonomen hatten nur mit 1,9 Prozent gerechnet, nachdem es zu Jahresbeginn 1,8 Prozent waren. «Die Inflation ist viel stärker als erwartet», sagte der Chefökonom des Handelshauses Founder Securities in Shanghai, Guo Lei. Das dämpft die Sorge, dass die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt in eine Deflation abrutschen könnte - einen Preisverfall auf breiter Front mit sinkenden Umsätzen und Investitionen der Unternehmen.

Tiefer in die Taschen greifen mussten die Konsumenten vor allem für Lebensmittel. Sie kosteten 7,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das kalte Wetter habe die Preise nach oben getrieben, hiess es beim Statistikamt.  Werden die Lebensmittel ausgeklammert, dann lag die Teuerungsrate mit 1,0 Prozent nicht einmal halb so hoch. Die Regierung hat für 2016 ein Inflationsziel von rund drei Prozent ausgegeben.

Experten gehen deshalb davon aus, dass die Zentralbank ihre Geldpolitik im Kampf gegen die Konjunkturflaute und Deflationsgefahren weiter lockern wird. «Sie lässt sich von den Nahrungsmittelpreisen sicherlich nicht stoppen», sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze. «Wir rechnen unter anderem mit zwei Zinsschritten 2016.» Billigeres Geld soll die Nachfrage stimulieren, was wiederum die Preise nach oben treiben kann.

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