7.07.2014 08:17
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China: Getreideernte erneut höher
In der Volksrepublik China rechnet die Regierung mit einer weiter steigenden Getreideproduktion und will deshalb die Lagerkapazitäten erhöhen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurde im Rahmen einer Staatsratssitzung unter Leitung von Ministerpräsident Li Keqiang Ende Juni beschlossen, in diesem und im nächsten Jahr zusätzlichen Lagerraum für insgesamt 50 Mio. t Getreide zu schaffen.

Dieser soll vor allem in den Anbauregionen im Nordosten und Süden des Landes entstehen. Auch die Errichtung von Trocknungsanlagen in landwirtschaftlichen Kooperativen will der chinesische Staat fördern.

Getreideernte steigt von Jahr zu Jahr

Die Getreideernte in der Volksrepublik war 2013 das zehnte Jahr infolge gestiegen und belief sich auf 601,9 Mio. t. Für das laufende Jahr wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet. Nach Angaben von Marktbeobachtern sind bereits mehr als 20 Mio. ha und damit gut 90 % der Winterweizenanbaufläche gedroschen worden, wobei die Hektarerträge dem Pekinger Agraressort zufolge in allen wichtigen Produktionsregionen über dem Vorjahresniveau lagen.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostizierte kürzlich einen Anstieg der chinesischen Weizenernte um rund 2 % auf 124 Mio. t. Die Erntemenge bei Sommergetreide soll chinesischen Experten zufolge auf hohem Niveau stabil bleiben oder leicht zunehmen. Damit zeichne sich insgesamt ein erneutes Wachstum der Getreidemengen ab, so dass die Nahrungsmittelversorgung gesichert sei, hiess es im Pekinger Agrarministerium.

Ziel- statt Mindestankaufspreise

Bei der Staatsratssitzung wurde laut Xinhua zudem beschlossen „mehr Markt zu wagen“ und die jahrzehntealten Marktstützungsinstrumente zu reformieren. Anstelle von Mindestankaufspreisen und staatlichen Interventionsankäufen soll es zukünftig für Agrarprodukte Zielpreise geben. Sollte der Marktpreis unter dem Zielpreis liegen, würden die Landwirte im neuen System Ausgleichszahlungen erhalten. Läge er darüber, könnten einkommensschwache Bevölkerungsgruppen Subventionen erhalten.

Zunächst soll das neue System gemäss der Erklärung des Staatsrates in ausgewählten Regionen für zwei Produkte, nämlich Baumwolle und Soja, getestet werden. Bei einem positiven Ergebnis sollen dann auch Reis, Weizen und Mais folgen. Ein genauer Zeitplan wurde nicht veröffentlicht.

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