16.12.2014 09:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China: Erneut Rekordgetreideernte
Die Bauern in China haben 2014 wieder reichlich Getreide gedroschen. Wie das Nationale Büro für Statistik Anfang Dezember mitteilte, wurden in diesem Jahr 607,1 Mio. t Getreide einschliesslich Reis sowie Ölsaaten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten geerntet. Das waren 5,16 Mio. t oder 0,9 % mehr als 2013.

Damit stieg die chinesische Getreideproduktion das elfte Jahr in Folge auf ein neues Rekordniveau. Massgeblichen Anteil am diesjährigen Erntezuwachs hatte die Ausweitung der Anbauflächen um 0,7% auf 112,7 Mio. ha. Die Flächenerträge legten dagegen kaum zu: Im Schnitt wurden 53,9 dt/ha vom Acker geholt, das entsprach einer Steigerung von 0,2 % gegenüber der vorangegangenen Saison.

Getreideimporte weniger ausweiten

Das grösste Anbauareal nahm in diesen Jahr wieder Mais mit 37,1 Mio. ha in Anspruch. Die Erntemenge belief sich auf 215,7 Mio. t. Knapp dahinter rangierte mit einer Erzeugung von 206,4 Mio. t Reis, gefolgt von Weizen mit 126,2 Mio. t. Wichtigste Getreideanbauregion in der Volksrepublik blieb 2014 die Provinz Heilongjiang mit einer Erntemenge von 62,4 Mio. t, gefolgt von Henan mit 57,7 Mio. t, was zusammen rund einem Fünftel der chinesischen Gesamtproduktion entsprach.

Das Landwirtschaftsministerium wertete nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua die elfte Rekordproduktion in Folge als Erfolg des nationalen Nahrungssicherungsprogramms. Dieses beinhaltet unter anderem staatliche Produktionsförderungsmassnahmen und die Einführung moderner landwirtschaftlicher Praktiken und Technologien. Nach Einschätzung von Ministeriumssprecher Meijia Bi wird China in Zukunft seine Getreideimporte nicht mehr so stark ausweiten wie in diesem Jahr.

Wachsenden Bedarf durch höhere Eigenerzeugung decken

Ihm zufolge sind die Einfuhren in den ersten zehn Monaten 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent gestiegen. Dies sei allerding kein Trend für die Zukunft, betonte Bi. Zwar würde China weiterhin gewisse Getreidearten vom Weltmarkt beziehen. Es sei aber nicht mit „massiven Käufen“ zu rechnen.

Er begründete dies unter anderem mit den 260 Millionen Bauern im eigenen Land, deren Existenz nicht durch zu umfangreiche Importe gefährdet werden dürfe. Deshalb verfolge die Volksrepublik klar die Strategie, den wachsenden Bedarf durch eine höhere Eigenerzeugung zu decken.

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