10.12.2016 15:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China baut Agrarhandelsdefizit ab
China hat in den ersten zehn Monaten dieses Jahres für Agrarimporte weniger Geld ausgegeben, bei den Exporten jedoch höhere Einnahmen erzielt.

 Dadurch konnte das Außenhandelsdefizit nach Angaben des Pekinger Landwirtschaftsministeriums gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Fünftel auf 31,9 Mrd $ (29,8 Mrd Euro) abgebaut werden. Bei den Einfuhren, die wertmäßig um 6,7 % auf 90,3 Mrd $ (84,4 Mrd Euro) zurückgingen, machte sich vor allem die Kaufzurückhaltung bei pflanzlichen Erzeugnissen bemerkbar. So orderten die chinesischen Importe von Januar bis Oktober 2016 mit 19,6 Mio t Getreide rund 32 % weniger Ware als in der Vorjahresperiode.

Zwar nahm dabei der Bezug von Weizen und Reis zu, doch waren die Einschränkungen bei Mais, Gerste, Sorghum und Tapioka größer. Spürbar weniger Bedarf gab es auch an ausländischer Baumwolle und Zucker, deren Einfuhrmengen um 31 % beziehungsweise 34 % rückläufig waren. Bei den Ölsaaten wurde zwar ein Plus von 1,5 % auf 71,3 Mio t verzeichnet; doch sank der Importwert wegen niedrigerer Preise um 7 % auf 29,4 Mrd $. Auch bei Obst und Speiseölen blieben die Einfuhrausgaben unter dem Vorjahresniveau. Ganz anders sah das jedoch bei den tierischen Erzeugnissen aus: In dieser Produktgruppe stieg der Importwert gegenüber den ersten zehn Monaten 2015 um 15 % auf 19,4 Mrd $ (18,1 Mrd Euro). Maßgeblich dafür war vor allem der drastische Anstieg der Schweinefleischimporte um 130 % auf 1,39 Mio t und das Plus bei den Schlachtnebenerzeugnissen vom Schwein um 84 % auf 1,22 Mio t. Zudem legte der Bezug von Rindfleisch um 31 % auf 475 000 t und derjenige von Milchpulver um 14 % auf gut 700 000 t zu. Auf der Exportseite blieben Produkte aus Aquakulturen für China die wichtigste Einnahmequelle. Die betreffenden Erlöse stiegen im Vergleich zu Januar bis Oktober 2015 um 3 % auf 16,6 Mrd $ (15,5 Mrd Euro).

Dynamischer liefen die Geschäfte mit Gemüse; die Ausfuhr wuchs um 11 % auf 11,8 Mrd $ (11,0 Mrd Euro). Zudem spülten Obstexporte mit 5,5 Mrd $ (5,1 Mrd Euro) rund 8 % mehr Geld in die Kassen. Die Ausfuhr von tierischen Erzeugnissen blieb dagegen mit 4,5 Mrd $ (4,2 Mrd Euro) um 6 % unter dem Vorjahresergebnis, womit sich hier das Außenhandelsdefizit vergrößerte.

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