11.07.2014 13:18
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Frankreich
Camembert bald ohne Pappelholzverpackung?
Der schrumpfende Pappelbestand in Frankreich sorgt für Holzmangel bei der Verpackung von Camembert. Dabei macht Pappelholz ökonomisch und ökologisch Sinn.

Obwohl Frankreich mit 230‘000 Hektaren Anbaufläche hinter China noch immer der zweitgrösste Pappelholzproduzent ist, schrumpft der Bestand stetig, wie Spiegel Online schreibt. Gründe dafür sind die Unwetter der letzten Jahre und die hohen Kosten für Neuanpflanzungen. Zudem konkurrenzieren Billigverpackungen aus Karton und Plastik die traditionellen Holzspandosen.

Die Zahl der jährlich 650‘000 Schösslinge müsste verdoppelt werden, um den drohenden Mangel aufzuhalten. Nicht nur die Camembert-Schachteln, auch Stiegen für Erdbeeren, Kirschtomaten und Austern wären vom Pappelholz-Mangel betroffen. Die traditionelle Verpackung macht gemäss Spiegel Online nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch Sinn: Die schnellwachsenden Pappeln verursachen pro Tonne Verpackung Treibhausgas-Emissionen von 72 Kilo. Demgegenüber stehen Pappe mit 774 Kilo und Plastik mit 1‘000 Kilo.

Um die Pappel zu schützen, erklärte die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) die Pappel zum Zukunftsbaum des 21. Jahrhundert. Ausserdem werden französische Waldbesitzer durch finanzielle Anreize zur Ausdehnung der Pappelschonung motiviert.  

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