12.10.2014 06:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
Brüssel geht von EU-Rekordernte an Getreide aus
Die jüngsten Schätzungen der Europäischen Kommission bestätigen die Erwartungen einer Rekordernte in der Europäischen Union. Wie aus der Brüsseler Behörde vergangene Woche verlautete, dürfte sich das diesjährige EU-Getreideaufkommen auf 317 Mio t belaufen

Das wären 15 Mio t mehr als 2013. Darunter entfallen 146 Mio t auf Weichweizen und 72 Mio t auf Körnermais. Als Gründe für den Produktionsanstieg werden sowohl eine Ausweitung der Anbaufläche als auch günstige Aufwuchsbedingungen genannt - auch wenn Sturzregenfälle in Norditalien und Frankreich die Ernte teilweise beeinträchtigten. Laut Angaben der Kommission wird die gute Ernte nicht nur der Tierhaltung und dem Exportgeschäft zugutekommen, sondern dürfte auch die Getreidebestände beträchtlich zunehmen lassen. Ferner könnte nach aktueller Prognose der Brüsseler Beamten die EU-Milchproduktion im Kalenderjahr 2014 den neuen Höchststand von 146,4 Mio t erreichen, was ein Plus von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde.

Im Zuge der jüngsten Preisrückgänge dürfte die Erzeugung im November und Dezember allerdings geringfügig unter das entsprechende Vorjahresniveau sinken. Das russische Importverbot belastet der Kommission zufolge vor allem den Buttermarkt. Auch global wird weiterhin mit einer sehr guten Getreideernte gerechnet. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mitteilte, veranschlagt sie die Welt-Getreideproduktion 2014 mittlerweile auf 2,523 Mrd t; das wären 65 Mio t mehr als im Mai prognostiziert.

Die Weltbestände dürften sich deshalb am Ende des Wirtschaftsjahrs auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren bewegen. Unterdessen hat sich die Talfahrt der Weltmarktpreise fortgesetzt: Der FAO-Preisindex für Grundnahrungsmittel lag im September bei durchschnittlich 191,5 Punkten; das waren 2,6 % weniger als im August. Laut FAO sank der Index damit zum ersten Mal seit Ende der neunziger Jahre sechs Monate lang in Folge. Vor allem die Teilindizes für Zucker und Milch verringerten sich von August auf September deutlich, nämlich um mehr als 6 %. Im Monatsvergleich weitgehend stabil blieb hingegen der FAO-Preisindex für Fleisch.

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