24.06.2016 07:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Grossbritannien
Briten stimmen für EU-Austritt
Das Brexit-Lager hat nach Berechnungen der Fernsehsender BBC und Sky News das EU-Referendum in Grossbritannien gewonnen. Damit steht das Vereinigte Königreich vor einem Austritt aus der Europäischen Union.

Die Briten haben mit 51,9 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Insgesamt hätten 17,4 Millionen Menschen bei der Abstimmung am Donnerstag für den Brexit votiert, teilten die britischen Behörden am Freitagmorgen nach Auszählung sämtlicher 382 Wahlbezirke mit. 16,1 Millionen Menschen und damit 48,1 Prozent der Beteiligten stimmten dagegen für den Verbleib im Staatenbund.

Der britische Premierminister David Cameron hatte die Volksabstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union im Januar 2013 unter Druck des europakritischen Flügels seiner konservativen Partei angesetzt. In der Kampagne vor dem Referendum hatte er jedoch vehement für den Verbleib geworben. Das Referendum spaltete das Königreich: Während Engländer und Waliser mehrheitlich für den Austritt stimmten, bevorzugten Schotten und Nordiren den Verbleib.sda

Wahlforscher hatten vorausgesagt, dass die Grenzen zwischen Alt und Jung, zwischen den sozialen Schichten sowie zwischen Stadt- und Landbevölkerung verlaufen würden. Der drohende Ausstieg Grossbritanniens aus der EU versetzt die Börsen weltweit in Aufruhr. Am Devisenmarkt stürzte die britische Währung am Freitag zeitweise um mehr als neun Prozent auf 1,3466 Dollar ab - der tiefste Stand seit drei Jahrzehnten.

Aus Angst vor einer Wirtschaftskrise auf der Insel und einer Beeinträchtigung der weltweiten Konjunktur warfen Anleger Pfund Sterling und Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots. Der Schweizer Franken und der japanische Yen waren gefragt und legten deutlich zu.

Premierminister kündigt Rücktritt an

Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Er zieht damit Konsequenzen aus seiner Niederlage in der historischen Abstimmung über einen Austritt Grossbritanniens aus der EU.

Er werde noch drei Monate im Amt bleiben, sagte Cameron am Freitag. Er wolle damit zur Stabilität beitragen. Austrittsverhandlungen mit der EU sollten anschliessend mit einem neuen Premierminister beginnen. «Das Land braucht ein neue Führung», sagte der konservative Politiker. Cameron hatte für einen Verbleib des Landes in der EU geworben.

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