12.06.2013 11:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Brasilien
Brasilien will Landwirtschaft mit über 60 Milliarden fördern
Brasilien arbeitet an der Umsetzung steigender Produktionsziele und baut die staatliche Unterstützung für die heimische Landwirtschaft deutlich aus. Das geht aus dem Agrarplan 2013/14 hervor, den Staatspräsidentin Dilma Rousseff und Landwirtschaftsminister Antonio Andrade vergangene Woche in Brasília vorgestellt haben.

Demnach werden die Mittel für staatliche Agrarförderkredite 2013/14 um 18% auf das neue Rekordniveau von umgerechnet insgesamt fast 49 Mrd. Euro (rund 60 Mrd. Fr.) erhöht. Davon umgerechnet 35 Mrd. Euro (43 Mrd. Fr.)  sollen für Betriebsmittelkredite
bereitgestellt werden, weitere 14 Mrd. Euro (17 Mrd. Fr.) für Investitionsdarlehen. Mit der Erhöhung der Kreditmittel will die Regierung nach den Worten von Andrade dazu beitragen, die Getreideernte von geschätzten 184 Mio. t im laufenden Kalenderjahr auf 190 Mio. t in der Ernte 2014 zu steigern.

Um die bereits jetzt zu kleinen Lagerkapazitäten auszubauen, sollen dem Agrarplan zufolge 2013/14 umgerechnet rund 178 Mio. Euro (220 Mio. Fr.) aus der Staatskasse in den Bau öffentlicher Lager und weitere umgerechnet etwa 2 Mrd. Euro (2,46 Mrd. Fr.) in den Bau von privaten Siloanlagen fliessen. In den darauf folgenden vier Jahren beabsichtigt die Regierung, die Errichtung privater Lager mit zusätzlichen fast 8 Mrd. Euro (9,8 Mrd. Fr.) zu unterstützen.

Neuerungen brachte der Landwirtschaftplan auch im Bereich der agrarsozialen Sicherung. Der landwirtschaftliche Hilfsfonds, der Bauern bei Missernten vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahren soll, kann 2013/14 mit umgerechnet 250 Mio. Euro (300 Mio. Fr.) aus dem Staatshaushalt rechnen. Das sind 75% mehr als im noch laufenden Jahr. Andrade begründete die Aufstockung mit Klimaveränderungen wie Dürre und Frost, unter denen die Landwirtschaft zunehmend leide.

Der Bauernverband CNA begrüsste den Agrarplan. Besonderes Lob gab es für die Erhöhung der Staatsgelder für den Hilfsfonds. Die Regierung habe verstanden, dass Ernteversicherungen notwendig seien, um existenzgefährdende Schäden durch Naturkatastrophen auszugleichen.

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