21.09.2014 07:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Brasilien
Brasilien profitiert von Russlands EU-Embargo
Die brasilianischen Fleischexporteure scheinen von dem russischen Einfuhrembargo für Ware aus der EU und anderen westlichen Ländern immer stärker zu profitieren.

Nach aktuellen Daten des Exportverbandes Abiec wurden im August dieses Jahres gut 33 800 t Rindfleisch nach Russland geliefert; das waren fast 6 % mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Die Ausfuhrerlöse erhöhten sich dabei sogar um gut 20 % auf 147 Mio $ (114 Mio Euro). Im ersten Halbjahr 2014 hatten die brasilianischen Rindfleischlieferungen in die russische Föderation noch bei durchschnittlich 24 000 t im Monat gelegen.

Noch dynamischer entwickelten sich zuletzt die Geschäfte mit Schweinefleisch. Deren Verkäufe nach Russland nahmen im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 16 % auf 14 500 t zu; die brasilianischen Exporteure erlösten mit fast 71 Mio $ (55 Mio Euro) gut 80 % mehr als im August 2013. Trotz des offensichtlichen Anstiegs des Handelsvolumens scheinen der russischen Seite die Liefermengen aber noch nicht auszureichen. Dies brachte zumindest der Leiter des Föderalen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor), Sergej Dankwert, vergangene Woche in einem Gespräch mit dem für internationale Beziehungen zuständigen Staatssekretär im brasilianischen Landwirtschaftsministerium, Marcelo Junqueira  Ferraz, in Moskau zum Ausdruck.

Obwohl die Zahl der vom russischen Veterinärdienst für den Export zugelassenen Fleischbetriebe zuletzt spürbar erhöht wurde, sei bisher noch kein deutlicher Anstieg der Fleischlieferungen aus Brasilien erfolgt, hieß es am vergangenen Donnerstag auf der Internetseite der Behörde. Allerdings seien die Exportlizenzen erst kürzlich erteilt worden und die Betriebe benötigten noch Zeit, um Verträge mit den Importeuren zu schließen. Dankwert mahnte die brasilianischen Anbieter, bei ihren Preisforderungen nicht über die Stränge zu schlagen, da es mit China oder Indien auch andere konkurrierende Lieferanten gebe. Bezüglich der Untersuchungsmethoden für Ractopaminrückstände, die aufgrund unterschiedlich empfindlicher Verfahren differierende Ergebnisse liefern können, vereinbarten beide Länder eine gemeinsame Suche für einen Kompromiss.

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