12.01.2015 09:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Brasilien
Brasilianischer Rindfleischexport boomt
Die brasilianischen Rindfleischexporteure können sich gegenwärtig über volle Auftragsbücher freuen. Laut Schätzungen des Exportverbandes Abiec konnten im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Mio. t Rindfleisch mit einem Wert von rund 7,2 Mrd. US-Dollar (7,3 Mrd. Fr.) ins Ausland verkauft werden.

Niemals zuvor in der rund einhundertjährigen Exporthistorie nahmen die brasilianischen Anbieter mehr Geld mit ihren Auslandsgeschäften ein. Und die Zukunft scheint noch rosiger auszusehen: Für 2015 erwartet Abiec einen Anstieg der Liefermengen um etwa 8 % auf 1,7 Mio t und ein Plus bei den Exporterlösen im Bereich von 10% auf 8,0 Mrd. USD (8,1 Mrd. Fr.).

Die Organisation begründet ihre positiven Absatzerwartungen mit mehreren Faktoren: Zum einen verbessere der gegenüber dem US-Dollar abgewertete Real die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Anbieter auf internationalem Parkett; zum anderen dürfte das Exportangebot der Konkurrenten USA und Australien infolge der dortigen Bestandsrückgänge und geringerer Schlachtungen kleiner ausfallen.

Von entscheidender Bedeutung, so Abiec, sei auch der Wegfall bestehender Handelsrestriktionen. So könne seit Dezember wieder Rindfleisch auf den Wachstumsmarkt China geliefert werden, und auch für Saudi- Arabien und Japan zeichne sich die Aufhebung von Einfuhrbeschränkungen ab. Hoffnungen macht sich die brasilianische Rindfleischbranche ausserdem auf eine Wiederzulassung ihrer frischen Ware auf dem US-Markt und auf weiter steigende Ausfuhren nach Russland als Ersatzlieferant für die EU und die USA.

Den Erfolg der heimischen Rindfleischexporte führt Abiec unter anderem auf den verbesserten Veterinärstatus, die vielzähligen privaten und politischen Anstrengungen zur Aufhebung von Importembargos und nicht zuletzt auch auf eigene Marketingmassnahmen zurück. Zu diesen soll im laufenden Jahr auch die verstärkte Absatzförderung für Gourmetfleisch aus Brasilien gehören. Für dieses Premiumprodukt wird vor allem in der Europäischen Union, im arabischen Raum und in China noch ein höheres Marktpotential gesehen.

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