25.01.2015 07:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Bauernverband beurteilt Ende der Milchquote positiv
Zu einer positiven Sicht auf das Milchquotenende hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, die heimischen Milcherzeuger aufgerufen.

Der Ausstieg aus der staatlichen Mengenregulierung Ende März bedeute keine komplett neue Welt für Erzeuger und Verarbeiter, erklärte Rukwied auf dem Fachforum Milch des DBV vergangene Woche in Berlin. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage habe seit jeher den Preis und die Absatzwege der deutschen Milch und ihrer Produkte bestimmt. Der DBV-Präsident forderte die Branche jedoch auf, für eine bessere Absicherung des eigenen Marktes international neue Absatzwege zu etablieren.

Chancen nutzen

Die Auswirkungen des russischen Importembargos hätten deutlich gezeigt, dass sich die Milchwirtschaft in Zukunft noch breiter aufstellen müsse. Deutsche Milchprodukte verfügten aber über eine hohe Qualität und seien deshalb weltweit gefragt. Diese Chancen sollte man nutzen, so Rukwied, der gleichzeitig die Politik zu einer Normalisierung der Handelsbeziehungen mit Russland aufrief. „Die Milchbauern stellen sich marktorientiert auf. Das sollte von der Politik unterstützt und die Milcherzeuger dabei nicht überfordert werden“, betonte der DBV-Präsident. Wenn es der Branche mit Eigeninitiativen wie dem Verein Qualitätsmanagement Milch (QM Milch) gelinge, sich stetig weiterzuentwickeln, dürfe die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nicht durch immer neue Auflagen im Umwelt- und Tierschutz gefährdet werden.

Nachhaltigkeit als Mehrwert

Nach Angaben des DBV bestand unter den Teilnehmern des Fachforums Milch Einigkeit, dass zusätzliche Anforderungen zur Nachhaltigkeit auch einen Mehrwert für die Erzeuger bringen müssten. Wichtig sei ebenfalls, dass QM-Milch als einheitliches System etabliert werde und nicht eine Vielzahl von unterschiedlichen Systemen entstehe. Laut dem Geschäftsführer der frischli Milchwerke, Hans  Holtorf, bietet QM-Milch die einzigartige Chance, ein Alleinstellungsmerkmal für die beteiligten Unternehmen zu etablieren, das dem Verbraucherwunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung entspricht. Die Branche habe gleichzeitig die Möglichkeit, ein transparentes Qualitätssystem nach ihren eigenen Vorstellungen zu entwickeln, bevor es vielleicht zu politischen Lösungen komme.

Nach Darstellung des Bauernverbandes wird es für Milchbauern und Molkereien neben der Marktorientierung ohnehin immer wichtiger, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie Tierhaltung und Milchverarbeitung jenseits romantisierter Darstellungen tatsächlich aussehen. Das wachsende gesellschaftliche Interesse an Verfahren der Milcherzeugung und Milchviehhaltung werde dabei von Milchbauern und Molkereien als Auftrag verstanden, so der DBV.

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