27.03.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Niederlande
Bauern begrüssen Corona-Krisenpaket
Das Corona-Krisenpaket der Regierung in Den Haag ist beim niederländischen Bauernverband (LTO) auf positive Resonanz gestossen. Die betreffenden Massnahmen entsprächen dem Bedarf der Landwirte, lobte der Verband die Regierung.

Unter anderem werde der bereits bestehende Bürgschaftsfonds für die Landwirtschaft und den Gartenbau um Bürgschaften für Überbrückungskredite für pandemiebedingte Liquiditätsengpässe erweitert. Damit könnten Betriebsmittel finanziert werden.

5,3 Mrd. Schaden

Nach Einschätzung des LTO dürfte der wirtschaftliche Schaden des Agrarsektors durch die Corona-Krise in den kommenden sechs Monaten auf rund 5 Mrd. Euro (5,31 Mrd. Fr.) wachsen, wovon fast 1,9 Mrd. Euro (2,02 Mrd. Fr.) auf den Ackerbau entfallen dürften. Dafür fordert der Verband grosszügige Ausgleichsmassnahmen. Mit der Regierung sei vereinbart worden, dass das aktuelle Hilfspaket später gegebenenfalls erweitert werde.

Der Grosshandelsverband für Gemüse und Obst, Groenten Fruit Huis, bezifferte den voraussichtlichen Schaden für die kommenden zwei Monate auf insgesamt 5 Mrd. Euro. Die Vertretung der Unterglasanbauer im LTO, Glastuinbouw Nederland, veranschlagte den Umfang von notwendigen Hilfskrediten allein im Zierpflanzensektor auf rund 2 Mrd. Euro (2,12 Mr.d Fr.).

Bis 1,27 Mio Fr. Kredit je Betrieb

Wie das Haager Wirtschaftsministerium erklärte, können nun im Rahmen des erweiterten Bürgschaftsfonds Überbrückungskredite von bis zu 1,2 Mio. Euro (1,27 Mio. Fr.) je Betrieb aufgenommen werden. Dabei bürge der Staat für 70% des aufgenommenen Darlehens. Die Laufzeit sei auf zwei Jahre beschränkt. Die Tilgung könne linear oder zum Ende der Laufzeit erfolgen. Für Junglandwirte und Betriebsnachfolger werde eine Provision von 1% des Kredites fällig; andere Betriebsleiter müssten 3% zahlen. Entsprechende Anträge könnten bis zum 31. März 2021 gestellt werden.

Unterdessen appellierte die niederländische Regierung an alle Mitglieder der Vermarktungskette, bei Preisverhandlungen massvoll zu agieren, so dass die Landwirte nicht unverhältnismässig hart durch die Folgen der Corona-Pandemie getroffen würden. Als Vorbild wird hier Aldi Deutschland genannt. Der Konzern zahle in diesen unsicheren Zeiten einen höheren Milchpreis an die Lieferanten.

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