14.08.2016 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Australien: Rinder werden knapp
In Australien, einem der weltweit führenden Exporteure von Rindfleisch sowie von Zucht- und Schlachttieren, werden Rinder zur Mangelware.

 Nach Angaben des nationalen Statistikbüros wurden dort im Juni nur noch 627 400 Rinder geschlachtet; das waren gut 18 % weniger als im Vorjahresmonat. Eine baldige Entspannung der knappen Angebotssituation ist nicht in Sicht: Die Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA) hat kürzlich ihre Prognose vom Jahresanfang nach unten korrigiert und geht nun für das Jahr 2016 nur noch von 7,4 Millionen geschlachteten Großrindern aus. Damit würde sich das Aufkommen gegenüber 2015 um 1,6 Millionen Tiere oder 18 % verringern. Bei den Kälbern ist den Experten zufolge ein Minus von 4 % auf 630 000 Tiere zu erwarten.

Zwar sind die Schlachtgewichte im laufenden Jahr höher, dies kann jedoch das geringere Aufkommen nicht ausgleichen. Die australische Rind- und Kalbfleischerzeugung wird laut MLA gegenüber 2015 um 15 % auf 2,17 Mio t sinken. Ursache des Rindermangels ist der starke Bestandsabbau. Aufgrund von mehrjährigen Dürreperioden hatten die Erzeuger in den Vorjahren vermehrt Tiere ins Schlachthaus geliefert, was im Wirtschaftsjahr 2014/15 zu neuen Produktions- und Ausfuhrrekorden führte. Ende Juni 2016 belief sich die australische Rinderherde laut MLA aber nur noch auf 26,1 Millionen Tiere. Das waren 1,3 Millionen weniger als ein Jahr zuvor und sogar rund 3,0 Millionen weniger als im Juni 2014. Nach ausreichenden Niederschlägen und verbesserten Weidebedingungen versuchen die Erzeuger mittlerweile, die Herden wieder aufzubauen.

Entsprechende Tiere sind jedoch knapp und teuer. Der wichtigste Leitindex des Landes, der Eastern Young Cattle Indicator (EYCI) für männliche und weibliche Mastrinder bis zu einem Jahr, schloss am Montag vergangener Woche (8.8.) auf einem historischen Rekordniveau von etwas mehr als 7,00 A$ (4,82 Euro) pro Kilogramm Schlachtgewicht. Im Vorjahresvergleich entsprach das einem Plus von 25 %.

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