13.08.2014 07:09
Quelle: schweizerbauer.ch -
Australien
Australien nimmt russische Importsperre gelassen
Australien erwartet aufgrund des russischen Embargos kaum gravierende Veränderungen in seiner Agrarwirtschaft, da Russland nur einen kleinen Anteil der Exporte ausmacht. Die EU hingegen sucht derzeit fieberhaft nach Lösungen für die Krise.

Gerade mal ein Prozent der australischen Agrarexporte gehen nach Russland, 2013 waren dies Waren im Wert von 405 Millionen Australische Dollar (340 Millionen CHF), wie Agra Europe schreibt. Dabei waren Rindfleisch mit 159 Millionen A-$ (134 Millionen CHF) und Milchprodukte mit 76 Millionen A-$ (64 Millionen CHF) die wichtigsten Erzeugnisse. Bereits im April 2014 jedoch verhängte Russland ein Importverbot für gekühltes und gefrorenes Rindfleisch.

Der Präsident des Australischen Bauernverbands (NFF), Brent Finlay, fürchtet eher eine Zunahme des Angebots auf dem Weltmarkt, da auch andere gesperrte Länder wie die USA und EU-Staaten nach neuen Absatzmärkten suchen. Dies könnte für alle einen Preisdruck zur Folge haben. Ebenfalls ist noch unsicher, ob auch der umfangreiche Export von lebenden Rindern nach Russland verboten wird. Da Russland jedoch Lebendrinder braucht, um eigene Herden aufzubauen, gehen Marktbeteiligte nicht von einer Sperre aus.

In der EU wird indes eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Auswirkungen des russischen Embargos prüfen und nach Auswegen suchen soll, wie Fruchthandel Online schreibt. Am 14. August 2014 treffen sich hierzu hochrangige Agrarbeamte der EU-Länder. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos stellt derweil Hilfszahlungen und weitere unterstützende Massnahmen für den europäischen Agrarsektor in Aussicht. In erster Linie will die EU jedoch versuchen, Russland doch noch umzustimmen.

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