5.01.2013 12:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/afp
Australien
Australien leidet unter extremer Hitze und Buschbränden
Grosse Teile Australiens leiden weiter unter einer Hitzewelle und extremer Buschbrandgefahr. Auf der Insel Tasmanien mussten am Samstag bereits hunderte Einwohner und Touristen über das Meer vor Waldbränden fliehen.

In Tasmaniens Hauptort Hobart kletterte die Temperatur auf den Rekordwert von 41,8 Grad, wie das Wetteramt mitteilte. Es sei der höchste gemessene Wert seit Beginn der Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts. «In der gesamten Zeit der Aufzeichnungen gab es nur drei oder vier Tage mit Temperaturen über 40 Grad», sagte Meteorologe Murry Keable.

Auch in anderen Teilen Australiens litten die Menschen unter extremer Hitze. In vielen Städten wurden neue Hitzerekorde erreicht: In Eucla, 1500 Kilometer östlich der Westküstenstadt Perth, wurden diese Woche 48,2 Grad gemessen - so viel wie nie zuvor in der Region.

In Perth war so heiss wie seit 80 Jahren nicht. In Wudinna in Südaustralien wurden 47 Grad gemessen, in Melbourne 41 und in Adelaide 44. Die höchste Temperatur aller Zeiten wurde 1960 in Oodnadatta in Zentralaustralien gemessen: 50,7 Grad.

70 Prozent Australiens betroffen

Die extrem aufgeheizte Luft verbreitet sich von den Wüstenregionen im Innern des Kontinents über die Bundesstaaten West Australia und South Australia über Victoria, New South Wales, Queensland und das Northern Territory aus. «Das territoriale Ausmass ist ungewöhnlich», sagte John Naim vom Wetterbüro in South Australia in lokalen Medien. «Mehr als 70 Prozent des Kontinents sind betroffen.»

Mit 29 Grad Celsius fast schon kühl war es in der grössten Stadt des Landes, Sydney. Dort strömten die Menschen zu Tausenden zu den Stränden, um sich abzukühlen.

«Ideale» Bedingungen für Buschbrände

Die Feuerwehr auf dem ganzen Kontinent wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Bei solchen Temperaturen und teils heftigen Winden sei die Buschbrandgefahr extrem, warnten die Behörden. «Passt auf euch auf und bringt euch in Sicherheit», twitterte Premierministerin Julia Gillard am Freitag.

Auf Tasmanien waren besonders die Ortschaft Dunalley etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Hobart und weitere nahe gelegene Fischerorte betroffen. In Dunalley seien die Schule, die Polizeiwache, eine Tankstelle und eine Bäckerei niedergebrannt, sagte der Polizeichef. Insgesamt brannten mindestens 100 Häuser nieder.

«Der Himmel war scharlachrot»

Rund 1000 Menschen wurden mit Schiffen nach Hobart gebracht. Tausende sassen wegen der durch die Brände blockierten Strassen aber noch fest. Bestätigte Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. In Port Arthur warten nach Polizeiangaben noch 700 Menschen auf die Evakuierung der früheren Strafkolonie, grösstenteils Touristen. 3000 Mahlzeiten seien in der betroffenen Region verteilt worden.

«Der Himmel war scharlachrot», sagte ein Bewohner der Region, der sich auf einem Boot vor den Flammen in Sicherheit gebracht hatte, zu Reportern. «Es brannte direkt bis an die Wasserlinie. Es war unglaublich.»

Flucht in klimatisierte Gebäude

Die Polizei rief die Bevölkerung vielerorts auf, sich in Häusern und Shopping Malls mit Klimaanlage aufzuhalten. Sie warnte davor, Kinder oder Haustiere auch nur kurze Zeit in abgestellten Autos warten zu lassen.

Besonders Haustiere brauchten Hilfe. Hitzeschläge drohten, wenn die Tiere nicht in kühlen Räumen gehalten und mit ausreichend Wasser versorgt würden. Adelaide beschloss, den klimatisierten Busbahnhof rund um die Uhr aufzuhalten, um Menschen ohne Klimaanlage Zuflucht zu gewähren.

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