2.11.2015 08:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Aus: Milchproduktion soll deutlich wachsen
Die Milchproduktion in Australien muss deutlich steigen, um von der wachsenden Nachfrage in Asien zu profitieren und nicht Marktanteile an die EU-Wettbewerber zu verlieren. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt eine aktuelle Studie der Australischen und Neuseeländischen Bankengruppe (ANZ).

Im Bericht sind der eine ganze Reihe von teilweise drastischen Massnahmen zur Zielerreichung empfohlen werden. Nach Angaben der Banker ist die Milchproduktion „Down Under“ in der letzten Dekade von rund 11,0 Mrd. l auf 9,2 Mrd. l gesunken und zuletzt nur um 2,5 % gewachsen.

Viehexporte einstellen und höhere Milchleistung

Es bestehe jedoch das Potential, die Erzeugung jährlich um 15% zu steigern und in absehbarer Zukunft 15 Mrd l zu produzieren, wenn starke Wachstumsanreize und Infrastrukturinvestments getätigt würden. Dafür seien rund 8,6 Mrd. AUD (6,06 Mrd. Fr.) nötig, die von in- und ausländischen Investoren sowie Banken bereitgestellt werden könnten. Um das Ziel von 15 Mrd. l zu erreichen, muss die derzeitige Milchkuhherde nach Einschätzung der ANZ von 1,6 Millionen auf 2,6 Millionen Tiere aufgestockt werden und sich die durchschnittliche Kuhzahl je Farm von 270 auf mindestens 730 Stück erhöhen.

Notwendig dafür wäre, dass der Export von jährlich rund 80'000 jungen Färsen nach China gestoppt werde, der nach Berechnungen der ANZ nicht nur die Milchproduktion in Australien um 1 % per annum nach unten drückt, sondern auch zu genetischen Verlusten führt. Erforderlich sei auch, dass die Milchleistung von aktuell gut 5'600 l auf 10'000 l steige und im Land die für die Milcherzeugung besten Regionen und bewässerbare Flächen genützt würden.

Grössere Betriebe

Das der Milchproduktion zur Verfügung stehende Areal müsse von 2,3 Mio ha auf 3,3 Mio ha ausgedehnt werden. Insgesamt würden mehr Arbeitskräfte und neueste Maschinen und Melkroboter benötigt. Die Zahl der derzeit 6'200 Milchviehhalter sollte den Analysten der Bank zufolge jedoch um die Hälfte oder sogar zwei Drittel abnehmen, da jüngere, bessere ausgebildete und risikofreudigere Farmer benötigt würden.

Ungeachtet des aktuellen Importrückgangs in China bei Molkereiprodukten erwarten die Experten der ANZ-Bank in Zukunft dort ein grosses Absatzpotential. Vor allem vor dem Hintergrund des kürzlich vereinbarten Freihandelsabkommens müsse sich die australische Milchwirtschaft neu aufstellen, um das sich bietende Potential voll nutzen zu können, heisst es in der Studie.

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