30.10.2017 19:15
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Australien
Aus: Hofkonflikte gefährden Farmen
Wer bekommt die Farm, fragen viel junge Bauern in Australien. In den letzten 70 Jahren ist die Zahl der Familienbetriebe um zwei Drittel gesunken, und es wird befürchtet, dass sie weiter sinkt, weil es immer wieder zu Schwierigkeiten kommt bei der Hofübergabe.

"Die Hofübernahme innerhalb der Familie ist eines der grössten Probleme für junge Landwirte", sagt Toby Locke, der Geschäftsführer von Young Farmers Australia gegenüber ABC. Oft könne dies richtig Gräben aufreissen zwischen den Generationen. Toby sagt, dass innerhalb seiner Familie 3 Brüder in Diskussionen darüber sind, wer die Familienfarm bei der Stadt Walcha im Bundesstaat New South Wales übernehmen soll.

Auch Tony Sarks, 29, hat versucht, mit seinem Vater Anthony über die Erdbeer- und Tomatenfarm der Familie zu sprechen. Er kam kürzlich aus Sydney zurück und wollte die Hofübernahme ansprechen, sagte dann aber, dass Gespräche darüber, wie das passieren könnte, kaum möglich sind. "Wir reden jeden Tag über das Wasser und die Pflanzen und was repariert werden muss oder wie wir unsere Produkte auf den Markt bringen, aber es ist viel schwieriger für uns, über grundlegende Fragen wie die Regelung der Hofnachfolge zu sprechen."

Alana Black ist selber auf einem Bauernhof aufgewachsen und sagt gegenüber ABC Australia: "Ich habe gesehen, dass Familien wegen mangelnder Unterstützung bei der Hofnachfolge auseinanderfallen, da müssen wir etwas ändern." Ihre Motivation dazu kommt aufgrund von Erfahrungen in der eigenen Familie. Alana Black hat das deshalb das Angebot "Fledgling Farmers" ins Leben gerufen.

Dieses Angebot bietet Hilfe in Fragen der Hofnachfolge und will die Generation auf den Höfen anspornen, positive Gespräche über die Nachfolge zu führen. Damit die Familienbetriebe in Australien eine Zukunft haben und um "die stolze Geschichte der australischen Landwirtschaft fortzusetzen", so Alana Black.

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