2.12.2015 14:09
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
Aus: Ausländer scharf auf Megafarmen
Die Diskussion um ausländische Investitionen in die heimische Landwirtschaft hat in Australien merklich an Intensität gewonnen. Anlass sind die bevorstehenden Verkäufe der bedeutendsten Rinderfarm und des grössten Milchbetriebes des Landes.

Die bisher in neuseeländischer Hand befindliche Van Diemens Land Company in Tasmanien mit gut 7'000 ha und rund 18'000 Milchkühen sollte eigentlich für rund 250 Mio. AUD (188 Mio. Fr.) an die australische Investorengruppe TasFoods verkauft werden.

Sind es Chinesen?

Vorletzten Freitag gab Diemens Land jedoch überraschend bekannt, dass ein nicht genannter Bieter aus dem Ausland den Zuschlag für die Megamilchfarm bekommen habe. Australischen Medienberichten zufolge könnte es sich dabei um einen chinesischen Investor handeln. Fix ist der Verkauf aber noch nicht, denn die unterlegene TasFoods hat dagegen eine einstweilige Verfügung erwirkt. Es wird nun eine gerichtliche Überprüfung des Bieterwettstreits geben.

Zudem müsste dem Verkauf auch die australische Überwachungsbehörde für Auslandsinvestitionen (FIRB) zustimmen. Diese hatte sich erst vor kurzem gegen den Erwerb der grössten australischen Rinderfarm S. Kidman & Co. durch einen ausländischen Investor aus China ausgesprochen. Der Verkauf wurde daraufhin von Schatzmeister Scott Morrison am 18. November 2015 untersagt.

Gesetze verschärft

Dieser Deal verstosse aufgrund seiner Grösse und wegen Sicherheitsaspekten gegen die „nationalen Interessen“, begründete der Minister seine Entscheidung. Kidman nennt gut 10 Mio. ha und rund 180'000 Rinder sein Eigen und ist damit die grösste Farm der Welt. Als besonders problematisch bei diesem Verkauf wurde von den Behörden eingestuft, dass sich auf dem Areal der Megafarm auch eine militärische Sperrzone mit einer Raketentestanlage befindet.

Im Laufe dieses Jahres hat Australien seine Gesetze für ausländische Investitionen in den Agrarsektor bereits verschärft. So müssen Landkäufe bei einem Wert von mehr als 15 Mio. AUD (11,3 Mio. Fr.) durch die Behörden genehmigt werden. Gleiches gilt für Investitionen in Unternehmen des Agribusiness ab 55 Mio. AUD (41,4 Mio. Fr.). Für Käufer aus den USA, Neuseeland und Thailand gelten wegen Freihandelsabkommen diese Grenzen allerdings nicht.

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