3.03.2018 17:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umweltschutz
Atomenergie: Österreich ermahnt Schweiz
Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) verlangt von der Schweiz eine «Menschen und Umwelt nicht belastende Endlagerung der Schweizer radioaktiven Abfälle». Das habe er in einem Schreiben an das Bundesamt für Energie in Bern klar gemacht, teilte Wallner mit. Vorarlberg lehne die Kernenergie ab, bei den Abfällen handle es sich um ein «schwer zu verantwortendes Erbe», so Wallner.

Anlass für das Schreiben des Regierungschefs ist die bereits jahrelange Suche der Schweiz nach einem Tiefenlager für ihren Atommüll. Ende vergangenen Jahres wurde die Auswahl für ein Tiefenlager auf drei Optionen eingeengt. 

Der Bundesrat will die drei Standorte «Jura Ost», «Nördlich Lägern» und «Zürich Nordost» vertieft untersuchen lassen. Mit «Zürich Nordost» liege eines der drei Gebiete relativ nahe an Vorarlberg, hielt Wallner fest. Die Lager sollen erst im Jahr 2050 (schwach- und mittelradioaktive Abfälle) beziehungsweise 2060 (hochradioaktive Abfälle) in Betrieb gehen.

Probleme sind mit Endlager nicht gelöst

Er habe in seinem Brief auf die «existierenden, vielfältigen ungelösten Probleme» im Zusammenhang mit der Endlagerung radioaktiver Abfälle aufmerksam gemacht und ein im Auftrag des österreichischen Umweltbundesamtes erstelltes Gutachten angehängt, so Wallner. 

Dieses enthalte Empfehlungen für eine möglichst sichere Langzeitlagerung der Abfälle. Er forderte, diesen im weiteren Verfahren Rechnung zu tragen. «Insbesondere ist der Frage der - über diese langen Zeiträume nicht abzuschätzenden - künftigen geologischen Entwicklungen besonderes Augenmerk zu schenken», führte der Landeshauptmann aus.

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