6.10.2014 12:49
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Biodiversität
Artenvielfalt: UNO fordert grössere Anstrengungen
Die Weltgemeinschaft will den Verlust der Vielfalt des Lebens stoppen. Bis 2020 sollen dazu strategische Ziele umgesetzt werden. Doch bei den meisten Zielen könnte die Erfüllung in noch weitere Ferne rücken, warnt die UNO in einem Bericht.

Vier Jahre nach den Beschlüssen zum Schutz der Artenvielfalt auf der Erde mahnen die UNO grössere Anstrengungen an, um alle Ziele wie geplant bis 2020 zu erreichen. Ein Zwischenbericht zum aktuellen Stand wurde am Montag gleich zum Auftakt des 12. Vertragsstaaten-Treffens der Vereinten Nationen zur Biodiversität (CBD) im südkoreanischen Pyeongchang vorgelegt.

Immer noch viel Wald vernichtet

Er soll die Dringlichkeit der Forderungen unterstreichen. Der Bericht zeige, dass bedeutende Fortschritte in den einzelnen Bereichen erzielt worden seien, hiess es. «Doch in den meisten Fällen sind zusätzliche Bemühungen gefordert.»

So ist etwa auch das 2010 bei der Konferenz im japanischen Nagoya festgelegte Ziel gefährdet, bis 2020 den Verlust der natürlichen Lebensräume zu stoppen oder die Verlustrate bis dahin mindestens zu halbieren. «Die weltweiten Raten der Waldvernichtung gehen zwar zurück, sie sind aber noch immer alarmierend hoch», heisst es in der Zusammenfassung des Berichts.

Auch der Schutz bedrohter Arten sei nicht auf dem richtigen Weg. Trotz einzelner Erfolge gebe es etwa keine Anzeichen dafür, dass das durchschnittliche Risiko des Aussterbens von Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Korallen zurückgehe. Bis zum 17. Oktober wollen die Teilnehmer der Konferenz aus mehr als 190 Ländern, darunter der Schweiz, unter anderem einen Fahrplan zur Umsetzung der strategischen Schutzziele erarbeiten. An dem Treffen nehmen Vertreter von Regierungen, nicht-staatlichen Organisationen und Wissenschaftler teil.

Schweizer Umweltverbände warnen

Schweizer Umweltverbände mahnen, dass es auch in der Schweiz um die Biodiversität schlecht bestellt sei. Die Schweiz könne nur einen Fünftel der 2010 in Nagoya gesetzten Teilziele mit der heutigen Politik erreichen, heisst es etwa beim Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife.

SVS/BirdLife, Pro Natura sowie das Forum Biodiversität Schweiz der Akademie der Naturwissenschaften fordern deshalb vom Bundesrat Massnahmen. So solle der Aktionsplan zur Strategie Biodiversität Schweiz rasch verabschiedet und umgesetzt werden, verlangen Pro Natura und das Forum Biodiversität Schweiz. Laut den Verbänden ist der Aktionsplan zurzeit in Vorbereitung.

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