8.02.2018 14:48
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Nigeria
Armee zu verfeindeten Bauern
Nigeria will zur Befriedung tödlicher Stammeskonflikte um Weideland das Militär einsetzen. Soldaten sollen den Streitkräften zufolge von nächster Woche an in sechs betroffene Bundesstaaten im Zentrum des westafrikanischen Landes verlegt werden.

Dort kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen nomadisch lebenden Muslimen der nördlichen Volksgruppe der Fulani und den oftmals christlichen Einwohnern. Die Lage sei dort zuletzt dringlicher geworden, erklärte Generalmajor David Ahmadu am Dienstagabend. Im Januar allein gab es dort bei solchen Zwischenfällen mehr als 100 Tote.

Das Militär wollte auch auf Nachfrage nicht mitteilen, wie viele Soldaten in die Bundesstaaten Benue, Taraba, Kogi, Nasarawa, Kaduna und Niger verlegt würden. Der Einsatz sei zunächst auf sechs Wochen begrenzt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte den Sicherheitskräften kürzlich unverhältnismässige Gewaltanwendung bei der Bekämpfung der Konflikte um Weideland vorgeworfen.

Die Fulani haben ihre Herden zuletzt immer weiter ins Zentrum des Landes getrieben, weil Weidegründe im Norden entweder von Dürren betroffen waren oder es schlicht nicht genug Grund für alle gab. Das ölreiche Nigeria ist mit rund 185 Millionen Einwohnern Afrikas bevölkerungsreichstes Land. 

Die nomadischen Viehhirten und die sesshaften Landwirte kämpfen vor allem um das fruchtbare Land in Nigerias "Mittelgürtel" zwischen der palmenbewachsenen Südküste und der trockenen Halbwüste im Norden des Landes. Dürre und die Ausbreitung der Wüste zwingen die Hirten und ihre geschätzten 135 Millionen Tiere zählenden Rinderherden, die alten Weiderouten zu verlassen und in die Anbaugebiete der Bauern weiter im Süden einzudringen. Laut einem Bericht der International Crisis Group wurden 2016 mehr als 2500 Menschen durch solche Konflikte in Nigeria gewaltsam getötet

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