24.01.2014 08:21
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Argentinien
Argentinische Getreidebauern verärgert
Argentinien zeigt sich hinsichtlich seines Weizenexports in dieser Saison sehr zurückhaltend und plant, von der Ernte 2013/14 nur insgesamt 1,5 Mio. t Weizen auszuführen. Das hat das Wirtschaftsministerium in der vergangenen Woche mitgeteilt und den Export von zunächst 500'000 t Weizen zugelassen, womit der seit vorigem Sommer geltende Ausfuhrstopp aufgehoben wurde.

Exportgenehmigungen für weitere 1 Mio t Weizen sollen in den kommenden Monaten folgen. Als Voraussetzung dafür nannte Ressortchef Axel Kicillof eine gute Entwicklung der Ernte 2013/14, die vom Landwirtschaftsministerium aktuell auf 9,2 Mio. t geschätzt wird. Oberste Priorität habe es, eine Verknappung des Inlandsangebots, zu der es 2012/13 gekommen sei, in dieser Saison zu vermeiden, betonte Kicillof.

Die Festlegung der Exportmenge auf 1,5 Mio t wurde von den argentinischen Weizenanbauern mit Verärgerung aufgenommen. Der Inlandsbedarf liege bei etwa 6,5 Mio. t Weizen, erläuterte der Bauernverband FAA. Dementsprechend könne Argentinien voraussichtlich insgesamt 2,7 Mio. t Weizen exportieren. Dass die Regierung dennoch nur eine kleinere Menge ins Ausland verkaufen wolle, sei ein weiterer Dämpfer für die schwächelnde heimische Weizenproduktion.

In Brasilien, dem wichtigsten Abnehmer von argentinischem Weizen, reagierte man verhalten auf die Entscheidung im Nachbarland. Diese sei zwar positiv für Brasilien, dessen Importbedarf sei aber weitaus höher als die geplanten Gesamtausfuhren von Argentinien, erläuterte das Studienzentrum für angewandte Wirtschaftswissenschaften (Cepea). Den Grossteil des Einfuhrbedarfs werde Brasilien auch in den kommenden Monaten mit Ware aus den USA decken.

In der Saison 2012/13 hatte die argentinische Regierung einen Weizenexport von etwa 5 Mio. t Weizen vorgesehen. Bei den Planungen war man allerdings von einer Inlandsproduktion in Höhe von 12,5 Mio. t ausgegangen. Tatsächlich eingefahren wurden aber nur landesweit 9 Mio. t. In der Folge kam es auf dem Inlandsmarkt zu einer knappen Versorgung, die in Kombination mit der starken Inflation in dem südamerikanischen Land zu einem rapiden Preisanstieg zum Beispiel bei Brot führte. Als Reaktion darauf wurde im vorigen Sommer ein Ausfuhrverbot für Weizen erlassen.

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