26.09.2016 13:42
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Ackerbauern nehmen Minister in die Pflicht
Auf die offenbar teils erheblichen finanziellen Probleme der Ackerbauern in Frankreich hat der Getreideproduzentenverband (AGPB) hingewiesen. Der Verband appellierte an Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll, den Landwirten Hilfestellung zu geben.

„Es ist für die Ackerbauern nicht möglich, die jetzt anstehenden Arbeiten für die Ernte 2017 durchzuführen“, beklagte der AGPB in einer Pressemitteilung. Es falle den Landwirten derzeit schwer, ihre Kreditverpflichtungen zu bedienen sowie die Steuer- und Sozialabgaben zu leisten.

Le Foll will Ende September informieren

Die in dem Verband zusammengeschlossenen Getreide- und Ölsaatenerzeuger bemängelten, dass noch keine konkreten Hilfsmassnahmen vorlägen, obwohl die Regierung bereits Unterstützung zugesagt habe. Ende Juli hatte Le Foll angesichts der sich damals abzeichnenden schlechten Getreideernte allgemeine steuerliche Erleichterungen, die Verschiebung der Zahlungstermine für Sozialabgaben sowie besondere Massnahmen zur beschleunigten Mehrwertsteuererstattung und Nachlässe bei der Grundsteuer in Aussicht gestellt. Genauere Einzelheiten hierzu will Le Foll Ende September bekanntgeben.

Der AGPB drängt gemeinsam mit dem französischen Bauernverband (FNSEA) auf die Umsetzung eines Bürgschaftsprogramms für Darlehen, die Anerkennung der Witterungsschäden in den landwirtschaftlichen Kulturen als Klimakatastrophe sowie auf Steuersenkungen für die Bauern und Änderungen der Sozialversicherungsgrundlage der Betriebe. Darüber hinaus pochen die Verbände auf finanzielle Hilfen der EU.

Staatliche Bürgschaften gefordert

Indes sicherte Le Foll auf der traditionellen Tiermesse Space in Rennes zu, in Kürze einen Plan für alle landwirtschaftlichen Produktionsrichtungen vorzulegen, insbesondere aber für die Getreidebauern. „Ich habe deren Schwierigkeiten nicht vergessen“, unterstrich der Minister. Er nannte in dem Zusammenhang staatliche Garantien, um in Not befindliche Betriebe zu refinanzieren. Dies könne etwa über die Staatliche Investitionsbank (BPI) erfolgen.

Der FNSEA fordert seit längerem staatliche Bürgschaften, um den Landwirten unter die Arme zu greifen. Auch sollen sie bei der Kreditaufnahme von den niedrigen Zinsen profitieren können. FNSEA-Präsident Xavier Beulin bekräftigte nun auf der Space seinen Wunsch nach einer Refinanzierung, lehnte hierzu aber direkte Hilfen ab. Zudem sprach sich der Bauernverband dagegen aus, einen Hilfsplan nach dem gleichen Schema wie dem des Hilfspakets aus dem vergangenen Herbst aufzulegen. Nach seiner Einschätzung wäre dies angesichts der Zahl der betroffenen Landwirte nicht angebracht.

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