6.09.2015 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Zuchtrinder im Ausland gefragt
Zuchtrinder aus Österreich haben sich im ersten Halbjahr 2015 trotz gestiegener Preise weiterhin gut ins Ausland verkaufen lassen.

Wie die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) in der vergangenen Woche mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten insgesamt 13'540 Tiere exportiert. Das seien zwar 5% weniger als im Vorjahreszeitraum gewesen, angesichts des geringeren Angebotes könne aber von einem zufriedenstellenden Ergebnis gesprochen werden, berichtete die ZAR.

Verglichen mit dem Zehnjahresdurchschnitt lägen die aktuellen Ausfuhrzahlen zudem um rund 5% über dem langjährigen Mittel. Wichtigster Kunde der österreichischen Zuchtrinderanbieter war im ersten Halbjahr mit 4'700 gekauften Tieren und einem Exportanteil von 35% die Türkei. Es folgten Italien mit einer Liefermenge von 3'100 Stück und Algerien mit 2'000 Tieren. Die angespannten Handelsbeziehungen mit Russland haben sich der Arbeitsgemeinschaft zufolge kaum ausgewirkt, da Lebendvieh vom Einfuhrembargo ausgeschlossen ist. Gut 5% der ins Ausland verkauften österreichischen Zuchtrinder ging im ersten Halbjahr nach Russland.

Mit Blick auf die Exportmöglichkeiten im weiteren Jahresverlauf rechnet der Geschäftsführer des Fleckviehzuchtverbandes Inn- und Hausruckviertel (FIH), Josef Miesenberger, neben weiteren Ausfuhren in die Türkei mit umfangreichen Fleckviehkäufen der Kunden in Aserbaidschan und Usbekistan. Auch dürften die österreichischen Exporte nach Algerien spätestens im September wieder zunehmen. In der EU gebe es eine steigende Nachfrage für Fleckviehkalbinnen in Irland.

Als aktuelle Herausforderung für den Zuchtrinderexport bezeichnete die ZAR das Verlangen der Türkei, dass die Kalbinnen zum Zeitpunkt der Belegung maximal 22 Monate alt sein dürfen. Dies sei für Österreichs typische Zweinutzungsrassen und vor allem bei Almtieren nur sehr schwer zu erfüllen. Ein stetiges Vermarktungsrisiko sei zudem der Veterinärbereich. Es müsse abgewartet werden, ob und wie sich das Schmallenberg-Virus weiter ausbreite. Dasselbe gelte für die Blauzungenkrankheit vom Typ 4. Da die Steiermark nicht weit von dem derzeitigen Verbreitungsgebiet in Südosteuropa und Ungarn entfernt liege, seien dort bereits erste Vorkehrungen getroffen worden.

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