19.07.2015 15:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Weniger Einkommen für Landwirtschaft
Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Österreich haben im vergangenen Jahr ein durchschnittliches Einkommen von 23 370 Euro erzielt; das waren 5 % weniger als 2013.

Dies geht aus dem aktuellen Grünen Bericht hervor, der vergangene Woche von Landwirtschaftsminister Andrä  Rupprechter vorgelegt wurde. Ausschlaggebend für die geringeren Einkünfte der bäuerlichen Betriebe waren laut Bericht vor allem die niedrigeren Mastschweine- und Ferkelpreise, die zu einem Rückgang der Erträge in der Schweinehaltung führten. Negativ wirkten sich außerdem schlechtere Erzeugerpreise für Kartoffeln und Zuckerrüben sowie eine geringere Weinernte aus, aber auch das gesunkene Preisniveau bei Tafeläpfeln. Hinzu kamen höhere Aufwendungen für Personal, Pacht und Mieten sowie Abschreibungen.

Rupprechter hob hervor, dass Österreichs Landwirtschaft derzeit vor großen Herausforderungen stehe. Allerdings unterstütze die Politik die Bauern dabei, den widrigen Umständen erfolgreich zu trotzen. Bewährte Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) machten es möglich, Marktschwankungen und Exportausfällen entgegenzuwirken.

Milchbauern schwer in Bedrängnis

Der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Jakob  Auer, wies darauf hin, dass die Landwirtschaft im Jahr 2014 bereits zum dritten Mal in Folge „eine Delle nach unten“ zu verkraften habe. Das Russland-Embargo habe vor allem den Bauern zugesetzt, die Tiere gemästet und Fleisch erzeugt hätten. Der relativ gute Milchpreis vom Vorjahr habe zwar ein massives Exportminus bei Käse etwas dämpfen können, doch aktuell gerieten gerade die Milchbauern durch die ausländische Konkurrenz und fallende Preise schwer in Bedrängnis. Für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich, Hermann  Schultes, steht fest, dass die Zukunft der Landwirtschaft angesichts der negativen Einkommensergebnisse und der angespannten Lage auf den internationalen Märkten sowie der starken Marktverwerfungen nur gemeinsam mit den Verbrauchern sowie den Partnern in der Wertschöpfungskette gesichert werden kann.

Zuwächse für Bergbauern und Biobetriebe

Gemäß dem Grünen Bericht konnte die Gruppe der Bergbauernbetriebe 2014 entgegen dem Negativtrend einen Einkommenszuwachs verzeichnen. Hier wurde gegenüber dem Vorjahr ein durchschnittliches Plus von 3 % erzielt. Betriebe mit der höchsten Erschwernis wiesen dabei mit 14 % den kräftigsten Anstieg auf. Somit konnten die Bergbauern erneut den Einkommensabstand zu den Betrieben außerhalb der Berggebiete verringern. Die Biobetriebe erwirtschafteten vergangenes Jahr ein Einkommensplus von 5 %. Nach Angaben von Schultes werden für das Berichtsjahr durchschnittliche Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft je Arbeitskraft in Höhe von 18 941 Euro angegeben; gegenüber 2015 sei dies ein Minus von 5 %.

Um die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft realistisch einschätzen zu können, sei jedoch die Betrachtung einzelner Jahre nicht ausreichend, da jährliche Schwankungen das Ergebnis beeinflussten. Im Vergleich zum Dreijahresmittel 2012 bis 2014 ergebe sich ein Einkommensminus von 7 %, stellte der Kammerpräsident fest. Ein Vergleich mit dem mittleren Einkommen eines unselbstständig Erwerbstätigen zeigt laut Schultes, dass die Landwirte mit 23 370 Euro um rund 1 600 Euro unter deren Einkommensniveau liegen.

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