14.04.2017 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wasser
2 Milliarden nutzen dreckiges Wasser
Fast zwei Milliarden Menschen nutzen mit Fäkalien verunreinigtes Wasser und riskieren damit Krankheit und Tod. Allein an Durchfallerkrankungen sterben jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem Bericht am Donnerstag erklärte.

Die WHO forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend mehr Geld in den Zugang zu sauberem Wasser zu investieren. Durch verschmutztes Wasser drohten unzählige Menschen an Cholera, Ruhr, Typhus oder Polio zu erkranken, warnte die Leiterin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit, Maria Neira. Aber verunreinigtes Wasser sei auch ein wesentlicher Faktor für den Ausbruch tropischer Krankheiten, darunter Darmwürmer, Bilharziose und Bindehautentzündungen.

Bis 2030 sollten alle Zugang zu sauberem Wasser haben

Die Vereinten Nationen hatten in ihren nachhaltigen Entwicklungszielen 2015 unter anderem vereinbart, dass bis 2030 weltweit allen Menschen der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wasser gewährleistet sein soll. Dieses Ziel dürfte laut dem nun vorgestellten Bericht von UNO-Wasser weit verfehlt werden, sollte die Staatengemeinschaft ihre Investitionen nicht radikal erhöhen.

Dem UNO-Papier zufolge steigerten die Länder ihre durchschnittlichen Ausgaben für Wasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene in den vergangenen drei Jahren zwar durchschnittlich um 4,9 Prozent. Doch räumen 80 Prozent der Staaten ein, dass sie damit ihre selbstgesteckten Ziele nicht erfüllen.

114 Milliarden pro Jahr nötig

Nach einer Schätzung der Weltbank müssten die weltweiten Investitionen in Infrastruktur jährlich um das Dreifache auf dann 114 Milliarden Dollar erhöht werden, um die Entwicklungsziele zu erreichen.

Dies sei eine Herausforderung, die lösbar sei, erklärte der Chef von UNO-Wasser und Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder. Mehr Investitionen in Wasser und sanitäre Anlagen könnten wesentliche Gewinne für die menschliche Gesundheit und Entwicklung einbringen sowie Arbeitsplätze schaffen.

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