10.04.2014 14:55
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Zürich
AP 14/17: Zürcher Bauern fordern umgehend Korrekturen
Statt die Nahrungsmittelproduktion zu stärken, sei mit der neuen Agrarpolitik weiter auf Extensivierung gesetzt worden, teilt der Zürcher Bauernverband (ZBV) mit. Nun fordert der ZBV umgehend Korrekturen. An der Delegiertenversammlung von Mittwoch haben die Delegierten einstimmig eine Resolution zur AP 14-17 verabschiedet.

Die AP 14-17 ist nun seit wenigen Monaten in Kraft. Die Einführung war höchst umstritten. Die Schweizer Bauernfamilien hätten in den vergangenen 20 Jahren der Ökologie massiv Rechnung getragen, teilt der ZBV am Donnerstag in einem Communiqué mit. Durch ein geschicktes Lobbying haben gemäss ZBV die Wirtschafts- und Umweltorganisationen sowie Umwelt- und Ökobüros die auf Extensivierung angelegte AP 14-17 mehrheitsfähig gemacht.

BLW spricht von ökologischen Intensivierung

Die globale Entwicklung ist aus der Sicht des ZBV ausser Acht gelassen worden. Viele Staaten investieren in die Landwirtschaft. Mit der AP 14-17 werde die einheimische Landwirtschaft in eine Sackgasse geleitet. „Selbst das BLW spricht mittlerweile von einer notwendigen ökologischen Intensivierung der Landwirtschaft“, hebt der ZBV hervor.

Die AP 14-17 sei demotivierend und für viele Betriebe fehle eine Perspektive. Die Hofnachfolge gestalte sich als schwierig. Die Delegierten stimmten deshalb am Mittwoch einer Resolution zur AP 14-17 einstimmig zu. Die Korrekturen zielen auf eine Stärkung der Nahrungsmittel produzierende Landwirtschaft hin. Ein Systemwechsel soll die globalen Entwicklungen berücksichtigen.

Futtergetreide, Landschaftsqualität und Erosionschutzmassnahmen

Der ZBV fordert Korrekturen, welche umgehend umgesetzt werden sollen:

• Aktive Förderung des inländischen Futtergetreideanbaus
• Anpassung des Vollzugs der Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB)
• Anpassung der Erosionsschutzmassnahmen

Die Anbaufläche beim Futtergetreide ist weiterhin rückläufig, die Importe nehmen so laufend zu. Deshalb wird ein Einzelkulturbeitrag für das Futtergetreide gefordert. Zudem sollen die Zollzuschläge erhöht werden. Damit soll der Rückgang gestoppt werden und der Inlandanbau gestärkt werden.

Bei den Landschaftsqualitätsbeiträgen besteht gemäss dem Zürcher Bauernverband akuter Korrekturur- und Vereinfachungsbedarf:

• Der regionale Ansatz des Konzeptes wird gestrichen. Die LQB sind neu als eine vom BLW vorgegebene Massnahme der Direktzahlung zu deklarieren und über die Teilnahme wird einzelbetrieblich entschieden.
• Eine Ausstiegsklausel nach 4 Jahren muss zugesichert werden.
• Die jährliche Austauschbarkeit der vorgeschlagenen und einzelbetrieblich gewählten Massnahmen muss sichergestellt werden.
• Der finanzielle Rahmen für die LQB muss beschränkt bleiben.

Auch bei den Erosionsschutzmassnahmen seien die Bestimmungen anzupassen. So soll die Umsetzung praxistauglich erfolgen. Der Anbau von Hackfrüchten mit herkömmlichen Anbaumethoden müsse zudem möglich sein.

25'000 Unterschriften für Ernährungssicherheitsinitiative

Die wachsende Bevölkerung in der Schweiz und vor allem weltweit benötige mehr Nahrungsmittel, betont der ZBV. Deshalb seien die besten Flächen nicht länger zu extensivieren. Mut macht dem ZBV die Anzahl Unterschriften, welche bisher für die Ernährungssicherheits-Initiative gesammelt wurden.

Innerhalb von nur 6 Wochen haben die Zürcher Bauernfamilien über 25‘000 Unterschriften zusammengebracht. „Dieses sensationelle Ergebnis darf sicherlich auch als eine sehr hohe Akzeptanz der Zürcher Bevölkerung für eine nachhaltig Nahrungsmittel produzierende Landwirtschaft verstanden werden“, folgert der ZBV.

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