7.02.2013 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Roland Müller
Zürich
Zürcher Biberkonzept: Knatsch ist vorprogrammiert
Im Zürcher Biberkonzept sind Massnahmen zur Vermeidung von Schäden in der Landwirtschaft aufgeführt. Das freut nicht alle.

Bis anhin war der Umgang mit dem Biber zwischen den Landwirten und den kantonalen Amtsstellen von einer grossen Toleranz geprägt. Trotzdem nehmen die Bauern, welche Land entlang von Biberrevieren oder möglichen bibertauglichen Gewässern bewirtschaften, mit Sorge zu Kenntnis, dass ihnen immer mehr Auflagen gemacht und dem Biber alle Rechte zugestanden werden. Der Zürcher Bauernverband bemängelt, dass er nur in beratender Funktion in der Arbeitsgruppe Biber analog zu WWF oder Pro Natura Einsitz nehmen konnte.

Extensive Pufferzonen

Um den Lebensraum des Bibers zu fördern, ist im Massnahmenkatalog des Biberkonzeptes festgehalten, dass eine natürliche Uferbestockung mit je einer idealen Breite pro Uferseite von 10 bis 15 Metern geschaffen werden soll. Auf weiteren 10 bis 15 Meter Breite pro Uferseite sollen Uferpuffer angelegt werden, die entweder als extensive oder nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Flächen  zu bewirtschaften seien.

Stattdessen wird empfohlen, entlang von solchen Gewässern ökologische Ausgleichsflächen anzulegen. Bei Gewässerabschnitten mit harten Uferverbauungen sollen diese entfernt und renaturiert werden. Verlandete Seitenarme von Flüssen seien auszubaggern, bibertaugliche Fischtreppen, Röhren oder Umgehungsgewässer realisiert werden.

Mit Nahrungsalternativen wie zum Beispiel dem Anpflanzen von Weiden solle eine Ablenkfütterung des Bibers ermöglicht werden. Auf freiwilliger Basis soll zudem auf den Anbau von konfliktträchtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais oder Zuckerrüben in der Nähe von bibertauglichen Gewässerabschnitten in einer Bandbreite von 100 Metern Abstand zum Gewässer verzichtet werden. Zugleich sei Lagerung von geernteten Feldfrüchten entlang eines bibertauglichen Gewässers zu vermeiden.

Fachstelle solls richten

Um Probleme zu lösen und Beratung anzubieten, soll eine Biberfachstelle eingerichtet werden. Die dafür zu erwartenden Gesamtkosten werden im Konzept mit 215'500 Franken beziffert. Um diese Kosten zu finanzieren, sollen der Wildschadenfonds mit 45'000 Franken, die Gemeinden und Private mit weiteren 25'000 Franken beitragen.

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