12.05.2018 18:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Sigrist
Ostschweiz
Zuckerrüben auf neuen Wegen
Die Transportstrukturen bei den Zuckerrüben gaben in den letzten Jahren immer wieder zu Diskussionen Anlass. Nun haben die Zuckerrübenpflanzer in der Ostschweiz reagiert und eine Genossenschaft gegründet.

Das Gebiet der Ostschweizerischen Vereinigung für Zuckerrübenanbau (OVZ) umfasst 7200 Hektaren, auf denen rund 2050 Pflanzer   etwa 600000 Tonnen Rüben produzieren. 

Diese Rüben wurden früher etwa je zur Hälfte per Bahn und Strassentransport in die Zuckerfabrik Frauenfeld gebracht. Die Verschiebung von der Schiene auf die Strasse  kam schleichend: 2018 werden bereits 70 Prozent mit Lastwagen oder Traktoren angeliefert. Nur Standorte, die weiter als 50 Kilometer von Frauenfeld entfernt sind, transportieren konsequent mit der Bahn. 

Der Rückgang ist darin begründet, dass die Branche Transportkosten einsparen will. So erstaunt es nicht, dass die Idee einer Transport-Genossenschaft innerhalb der OVZ gut aufgenommen und diese am Dienstagabend  gegründet wurde.  Daniel Vetterli, zuständiger Projektleiter, war nicht überrascht, dass die Gründung der Genossenschaft von den 113 anwesenden Stimmberechtigten OVZ-Mitgliedern einstimmig beschlossen wurde. 

Gemeinsame Selbsthilfe

In Zukunft wird der Strassentransport nicht mehr von den  Mausbetreibern und den 50 Regionalgruppen durchgeführt. Neu sind Rayonleiter Ansprechpartner für die Pflanzer, fast wie früher die Ringleiter. Auch wenn der Begriff  schlussendlich aus den Statuten gestrichen werden musste – inhaltlich beschreibt er genau, warum die Genossenschaft gegründet wurde: «Gemeinsame Selbsthilfe.»

Der Genossenschaftsvorstand wird in nächster Zeit vom ehemaligen Projektleiter Daniel Vetterli präsidiert werden, unterstützt von den  Vorstandsmitgliedern Robert Baltensperger (Brütten), Peter Bosshard (Oberstammheim), OVZ-Präsident Urs Denzler (Truttikon), Brigitte Meyer (Felben-Wellhausen), Kurt Müller (Gachnang), Matthias Rutishauser (Lengwil), Romea Schneider (Herdern) und Simon Steinmann (Seuzach). 

Verzicht auf Glyphosat?

«Die gute Stimmung heute Abend darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns im Rübenbau in einer kritischen Phase befinden», meinte Daniel Vetterli vorsichtig. «Wir müssen weiterdenken. Wir brauchen faire Preise. Vielleicht könnten wir einen Glyphosatverzicht diskutieren, der gegenüber den Konsumenten einen Mehrpreis rechtfertigen würde.» 

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