13.03.2018 18:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Wie oft gehen Sie in die Ferien?
Bauern verreisen nicht so oft in die Ferien. Die jüngere Generation plant jedoch mehr Urlaub ein. Die Bauernfamilien sind aber auf Familienangehörige oder Bekannte angewiesen. Wie viele Tage verreisen Sie in die Ferien? Oder liegt bei Ihnen ein Urlaub nicht drin. Mitdiskutieren und abstimmen

Vielen Bauern können trotz sehr hoher Arbeitsleistung nur wenige Ferientage einplanen. Es fehlt an einer Ablösung, oder dann ist eine Vertretung aus finanziellen Gründen nicht möglich. Oft verreisen, wenn überhaupt, die Bauern nur tageweise. Leben auf den Höfen Nutztiere, sind Ablösungen noch schwieriger zu organisieren. 

Jüngere Generation plant mehr Ferien ein

Oft helfen Familienangehörige oder Bekannte aus, damit die Bauern in die Ferien fahren können. «Früher kannten viele Bauern gar keine Ferien», sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer beim Zürcher Bauernverband, im Sommer 2016 gegenüber der Zeitung «Landbote». Dies sei heute nicht mehr so. Viele Bauernfamilien könnten eine bis zwei Ferienwochen einplanen. Die jüngere Generation würde mehr Ferien einplanen als früher, um mit der Familie etwas unternehmen zu können.

Dass heute die Bauern mehr Ferien machen, bestätigt auch der Schweizer Bauernverband (SBV). «Wir gehen davon aus, dass die Bauern mehr Ferien als früher machen», sagt Sprecherin Sandra Helfenstein gegenüber schweizerbauer.ch. Was sind die Gründe? «Erstens wollen die Bauernfamilien heutzutage auch mal Ferien machen können und zweitens ist es mit der zunehmenden überbetrieblichen Zusammenarbeit sowie den Betriebshelferangeboten einfacher geworden, Ferienvorhaben auch praktisch umzusetzen», erklärt Helfenstein.

Familie und Bekannte helfen aus

Die Ferienfenster fallen normalerweise ausserhalb der Arbeitsspitzen an. Von Frühling bis Herbst sind die Bauern, je nach Betriebsausrichtung mit Futter- oder/und Ackerbau beschäftigt. «In der Zeit, in der am meisten Arbeit anfällt, geht keine Bauernfamilien in die Ferien», sagt Helfenstein. In Betriebsgemeinschaften seien Ferien meist unproblematischer. «Es sind mehrere Personen auf dem Betrieb, die die Abläufe gut kennen und die sich auch für freie Wochenende stellvertreten», fährt sie fort.

Organisatorisch schwieriger wird es für jene Betriebe, die keine Gemeinschaft, keinen fähigen Angestellten oder geeigneten Nachbarsbetrieb haben. «Wenn in diesen Fällen auch kein Familienmitglied in die Bresche springen kann, dann muss man den Betrieb und die Tiere einen Betriebshelfer anvertrauen», so Helfenstein. 

Ferienvertretungen können teuer sein


Das verlange einerseits viel Vertrauen, andererseits sei es auch ein finanzieller Kraftakt. «Ferien plus Betriebshelfer sind nicht gratis, das muss man sich auch leisten können», macht Sandra Helfenstein deutlich.

Das Ferienvertretungen nur selten durch Betriebshelferdienst überbrückt werden, bestätigt Martin Suter, Geschäftsführer vom Maschinenring Zürich, gegenüber dem «Landbote». Übers ganze Jahr verteilt fallen beim Maschinenring dafür Stunden im Umfang von einer Vollzeitstelle an. «Auf rund 4500 Bauern im Kanton ist das nicht so viel», so Suter.

Viele Bauern würden nach internen Lösungen suchen, weil das deutlich günstiger sei, sagt er. Die Mitarbeiter des Maschinenrings sind dem Gesamtarbeitsvertrag für Temporäre unterstellt. Sie verdienen je nach Qualifikation zwischen 27 und 35 Franken pro Stunde. Bei durchschnittlichen Arbeitszeiten, die Suter auf etwa elf Stunden pro Tag beziffert, verdient eine Ferienvertretung also bis zu 2700 Franken pro Woche.

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