22.09.2014 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/ats
Wettbewerbsfähigkeit
«Wettbewerbsfähigkeit kann gesteigert werden»
Mehr Transparenz auf den Märkten und Anpassungen in der Betriebsorganisation können die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Mehr Transparenz auf den Märkten, etwa beim Einkauf von Produktionsmitteln, aber auch Anpassungen in der Organisation der Betriebe können die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Dies haben drei Studien ergeben, die das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in Auftrag gegeben hat. Die Studien haben die verschiedenen Aspekte der Wettbewerbsfähigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette für Lebensmittel vom Handel mit Vorleistungen wie Dünger und Saatgut bis zum Verkauf der Produkte im Detailhandel analysiert.

Einkauf ist teurer

Im internationalen Vergleich sind viele Zweige der Schweizer Landwirtschaft preislich noch nicht genügend wettbewerbsfähig. Dies ist auf naturgegebene klimatische und topografische Erschwernisse, das allgemein hohe preisliche Umfeld in der Schweiz, aber auch auf erhöhte strukturbedingte Kosten zurückzuführen.

Die Landwirte bezahlen im Einkauf von Produktionsfaktoren wie Maschinen, Dünge- oder Futtermitteln trotz einer Verbesserung in den letzten Jahren immer noch deutlich mehr als ihre Kollegen im umliegenden Ausland. Die Gründe für die Preisunterschiede sind vielfältig, u.a. haben das allgemeine Kostenniveau in der Schweiz und tarifäre wie auch nichttarifäre Handelshemmnisse eine preissteigernde Wirkung. Es scheint aber, dass die Landwirte wegen des höheren Stützungsniveaus in der Schweiz bereit sind, mehr zu bezahlen als ihre ausländischen Kollegen.

Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Organisation der Betriebe bestehen Möglichkeiten zur Reduktion der Produktionskosten. Entscheidend ist für den betrieblichen Erfolg neben der Wahl einer Strategie vor allem ihre konsequente Umsetzung.

Viel Kapital nötig

Ein grösseres Hindernis für die Landwirte als die Einschränkungen durch die Agrarpolitik ist der grosse Kapitalbedarf und die damit verbundenen Risiken, die für die Weiterentwicklung ihrer Betriebe – zum Beispiel für den Kauf von Land – notwendig ist. Es konnten keine Hinweise gefunden werden, dass auf der Absatzseite die Anstrengungen der Landwirte nicht an die Konsumenten weitergegeben würden.

Bei einigen Produktkategorien – wie zum Beispiel Schweinefleisch – wurden zwar die Margen in den nachgelagerten Industrien und dem Handel in den letzten Jahren ausgedehnt. Basierend auf den vorhandenen Daten kann jedoch nicht festgestellt werden, ob diese Bruttomargen mit einer Erhöhung der Nettomargen einhergingen oder ob sie begründet waren in erhöhten Kosten oder erhöhten Leistungen zum Beispiel im Detailhandel.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass für den zukünftigen Erfolg der Land- und Ernährungswirtschaft eine konsequente Ausrichtung der Produktion auf eine Qualitätsstrategie notwendig sei.

Potenziale erkennen

Bei den landwirtschaftlichen Vorleistungen wurden Handelsbeschränkungen in den letzten Jahren bereits stark abgebaut, sodass die höheren Preise kaum noch auf spezifische Regulierungen zurückgeführt werden können. Im Bereich der landwirtschaftlichen Produktionskosten bestehen insbesondere bei den Maschinen und den Gebäuden grosse Differenzen zur internationalen Konkurrenz.

Das Erkennen und Nutzen der Potenziale zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit liegt in erster Linie in der Verantwortung der Unternehmen selbst. Die öffentliche Hand kann die Unternehmen aber mit Anstrengungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen unterstützen – zum Beispiel, indem sie die Transparenz auf den Märkten erhöht – und die Landwirte transparent über ihre jeweiligen Möglichkeiten informiert.

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