30.04.2013 07:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wasser
Wasser wird trotz Gleschterschwund nicht knapp
Die Schweiz spielt beim Wasser und bei der Energie in Europa eine zentrale Rolle. Deshalb will sich die Forschung des ETH-Bereichs diesen Themen im Jahr 2013 verstärkt widmen, wie der ETH-Rat am Montag vor Medien in Bern mitteilte. Auch die europäische Forschungszusammenarbeit müsse weitergeführt werden.

Der Gletscherschwund wird in der Schweiz weder die Wasserverfügbarkeit noch die Energieproduktion mit Wasserkraft negativ beeinflussen. Allerdings verwaltet die Schweiz rund sechs Prozent der Süsswasserreserven Europas, die sie mit Hilfe von rund 200 Stauseen reguliert und so auch Überschwemmungen verhindert.

Rolle als Wasserspeicher nimmt ab

Im Jahr 2013, das die Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Wasserkooperation gekürt haben, wollen die ETHs und ihre spezialisierten Institute WSL und Eawag deshalb auf diese internationale Rolle der Schweiz besonderes Augenmerk legen.

«Mit dem Klimawandel nimmt die Rolle der Gletscher als Wasserspeicher und sommerliche Wasserquelle ab», sagte Konrad Steffen, Direktor der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) laut Communiqué. Dies zeigten Simulationen seines Teams, die bis ins Jahr 2099 reichen.

Speicherseen statt Gletscher

Speicherseen müssten somit einen Teil dieser Funktionen übernehmen. Denn die Schweiz als Ganzes werde auch mit dem Klimawandel Wasser im Überfluss haben, sagte Steffen - die Gesamtabflussmenge bleibe gleich. Nur regional und saisonal seien Folgen zu spüren: Es gebe mehr Wasser im Hochgebirge, weniger im Tessin.

Vom nutzbaren jährlichen Niederschlag werden aktuell nur 5 Prozent, also etwa eine Milliarde Kubikmeter, für die Wasserversorgung verwendet, heisst es weiter. Gute Perspektiven also für die Wasserkraft, die laut ETH-Rat in der Energiestrategie 2050 eine bedeutende Rolle einnimmt.

Marktposition halten

Die Schweiz könne dank ihrer Speicherkraftwerke eine «Batteriefunktion» übernehmen, erklärte Anton Schleiss, Direktor des Labors für Wasserbau der EPFL. Das Speichervolumen müsse aber vergrössert werden, um die Stromversorgung der Schweiz und ihre Marktposition im europäischen Strommarkt zu sichern.

Dazu könnten bestehende Staumauern erhöht, Stauseen vergrössert, Turbinen- und Pumpenleistungen erhöht sowie neue Ausgleichsbecken und Triebwassersysteme geschaffen werden. Würden die bestehenden Staumauern nur geringfügig erhöht, könnte die Schweiz im Winter, wenn es um die Stromproduktion besonders kritisch bestellt ist, zwei Terawattstunden, also über zehn Prozent, mehr Strom produzieren.

Um die Energieforschung zu stärken, hat das Parlament dem ETH-Bereich im März zusätzlich 60 Millionen Franken für vier Jahre zugesprochen. Davon wollen die ETHs 20 Millionen zum Aufbau zusätzlicher Forschungsteams verwenden und 40 Millionen in Infrastrukturen investieren, schreibt der ETH-Rat.

Internationale Kooperation

Auch auf politischer Ebene will die Schweiz in Europa eingebunden bleiben. 2013 stehe die Erneuerung der Teilnahme am Europäischen Forschungsrahmenprogramm an, sagte Fritz Schiesser, der Präsident des ETH-Rats. «Schweizer Forschende, gerade auch solche aus dem ETH-Bereich, gehören in diesen internationalen Wettbewerben zu den besten, und die Schweiz profitiert auch finanziell davon.»

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