6.06.2017 08:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Umfrage
Umfrage: Raps- statt Palmöl?
Rund 15 Prozent der Palmölimporte im Tierfutter. Das deckte die «Rundschau» vergangenen Mittwoch auf. Der Schweizer Bauernverband verlangt nun, dass das Palmöl durch Rapsöl ersetzt wird. Was halten Sie von dieser Forderung? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Palmöl findet sich in vielen Lebensmitteln wieder. 2016 wurden rund 30'000 Tonnen in die Schweiz importiert und verarbeitet. Über 80 Prozent davon wird von der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Aber auch sehr viele Importprodukte enthalten preisgünstiges Palmöl.

5'000 Tonnen

Seit Monaten weibeln die Getreideproduzenten und der Schweizer Bauernverband zusammen mit Umweltschutzverbänden und sozialen Organisationen gegen Palmöl. Sie wollen verhindern, dass Palmöl im Rahmen eines Freihandelsabkommens mit Malaysia von Zöllen befreit wird und dadurch die Importmengen in die Schweiz zunehmen. Der Import dieses Öls sei bedenklich, argumentieren die Bauerorganisationen zusammen mit Entwicklungs- und Konsumentenorganisationen. Sie verlangen deshalb, dass Palmöl vom Abkommen mit Malaysia ausgenommen wird. Dieses dagegen wird ohne Zugeständnisse nicht unterschreiben.

Nun deckte die «Rundschau» des Schweizer Fernsehen (SRF) auf, dass rund 5000 der 30'000 importierten Tonnen Palmöl in Futtermischungen landen. Palmölprodukte finden sich im Milchviehfutter, im Schweine-, Geflügel- und Kälbersektor. Für den Bauernverband eine unangenehme Situation. «Wir haben das nicht gewusst», sagte Bauernverbandspräsident Markus Ritter gegenüber der «Rundschau». Das Palmöl im Futter sei nicht als solches deklariert gewesen.

3'000 ha mehr Rapsfläche

Der Bauernverband sucht nun nach Alternativen. «Schweizer Bauern wollen kein Palmöl im Tierfutter», so dessen deutliche Botschaft. «Der Raps als Alternative steht für uns im Vordergrund», so Ritter. Ein Ersatz der Palmölprodukte durch Schweizer Rapsöl verteuert den jährlichen Mischfutterbezug der Schweizer Tierhalter gemäss der Vereinigung Schweizer Mischfutterfabrikanten (VSF) um 1.2 bis 1.5 Millionen Franken. Die Rapsfläche in der Schweiz müsste zudem um rund 3000 Hektaren ausgedehnt werden. In einer ersten Phase müsste wohl aber substanzieller Teil des Rapsöls importiert werden.

Die Fenaco, der grösste Mischfutterhersteller (Melior, UFA) der Schweiz, begrüsst die Forderung des Bauernverbandes, Palmöl zu ersetzen. «Im Futtermittelbereich prüft die Fenaco derzeit nachhaltige Alternativen zu Palmöl», heisst es in einem Communiqué von Donnerstag. Rapsöl sei eine Möglichkeit, das Palmöl zu ersetzen, sagte die Fenaco-Tochter UFA gegenüber «Schweizer Bauer». «Wichtig ist, dass das eingesetzte Fett in der Kuh auch verfügbar ist, der Schmelzpunkt muss also stimmen. Ist der Schmelzpunkt zu hoch, steht das Fett dem Tier nicht zur Verfügung, somit ist nicht jedes Fett geeignet», hält Hansueli Rüegsegger von der UFA fest.

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