2.08.2013 15:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Spirituosen
Teilerfolg für Schweizer Absinth-Produzenten
Im Absinth-Streit haben die Schweizer Brennereien einen Zwischensieg errungen. Das Bundesverwaltungsgericht hat drei Beschwerden gegen die Eintragung von «Absinthe», «Fée verte» und «La Bleue» als geschützte geografische Angaben (GGA) abgewiesen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft hatte die Bezeichnungen im Jahr 2010 unter Schutz gestellt. Damit sollen Nachahmungen verhindert und der gute Ruf und die Originalität des Produkts geschützt werden. 

Fast 100 Jahre verboten

Das von der GGA betroffene Gebiet ist das Val-de-Travers im Kanton Neuenburg. Dort wird der hochprozentige Schnaps mit Anis-Geschmack seit dem 18. Jahrhundert produziert. Zwischen 1910 und 2005 war das legendäre Getränk in der Schweiz allerdings  verboten. Wird ein Produktname ins Register der Ursprungsbezeichungen und der geografischen Angaben aufgenommen, darf er nur von Produzenten benutzt werden, die aus dem bezeichneten Gebiet stammen und sich an ein detailliertes Pflichtenheft halten. 

Dagegen wehrten sich die European Spirits Association, die Fédération Française des Spiritueux und der Brennerei Les Fils d'Emile Pernot beim Bundesverwaltungsgericht. Ihrer Meinung nach ist Absinth in erster Linie eine Pflanze, die für die Herstellung des Schnapses verwendet wird und keineswegs ein Getränk ausschliesslich aus dem Val-de-Travers. 

21 Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht

Das Bundesverwaltungsgericht hat die drei Beschwerden jedoch nicht aus inhaltlichen, sondern aus formellen Gründen abgewiesen. Es entschied, dass weder die beiden Verbände noch das Unternehmen die Voraussetzungen für die Beschwerdeberechtigung mitbringen. 

Die am Freitag publizierten Urteile können beim Bundesgericht angefochten werden. Ohnehin ist der Streit noch längst nicht entschieden. Insgesamt sind gegen die Verfügung des Bundesamts für Landwirtschaft 21 Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE