29.11.2019 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Regionaltagung
Swissmilk Green und AP22+
An den SMP-Regionaltagungen diskutiert die Dachorganisation direkt mit den Produzentinnen und Produzenten vor Ort in allen Landesregionen über das aktuelle Geschehen.

Die Verantwortlichen der SMP zeigten auf, wie der Stand bei der Umsetzung des Branchenstandards Nachhaltige Schweizer Milch ist, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Bereits rund zwei Drittel der Molkereimilch ist angemeldet. Dies ist laut SMP als Erfolg zu werten.

Glas mindestens halbvoll

Auch wird von den meisten Erstmilchkäufern ein Nachhaltigkeitszuschlag ausbezahlt. Dieser Zuschlag bewegt sich zwischen 0.5 bis 3 Rappen pro Kilogramm A-Molkereimilch, schreiben die SMP. "Das Glas ist also mindestens halbvoll", heisst es weiter.

Von den Produzenten wird aber nicht verstanden, warum auf Käse aus Molkereimilch, wie zum Beispiel bei Raclette, bisher kaum Preiserhöhungen in den Regalen erfolgt sind. Die SMP erwarten auch auf diesen Käsen eine Preiserhöhung im Laden, damit der volle Nachhaltigkeitszuschlag auf der ganzen A-Molkereimilch längerfristig gesichert werden kann. Die Preisentwicklung wird deshalb weiter genau beobachtet.

Arbeitsleistungen belohnen

Die Erhebungen der SMP zu ner Arbeitsverdienste zeigen, dass die Milchproduktion, gegenüber anderen Betriebszweigen, weiter unter Druck steht. Deshalb will sich die Organisation im Rahmen der Agrarpolitik 22+ (AP22+) für die Milchbauern einsetzen. Die SMP halten weiter an ihren Grundforderungen fest, dass Beiträge, die Arbeitsleistungen belohnen, gegenüber reinen Flächenbeiträgen stärker zu gewichten sind. Den neuen Produktionssystembeiträgen (Förderung Rindvieh nach Tierkategorien, zweistufiges RAUS, GMF mit differenzierter Proteinzukaufsbegrenzung, Tiergesundheitsmassnahmen) komme dabei eine wichtige Rolle zu, heisst es in der Mitteilung.

Die SMP zeigen sich aufgrund der Diskussionen im Rahmen der AP22+ zuversichtlich. Allerdings müssten die Forderungen im Bereich ÖLN (keine SAK-Begrenzung bei den Direktzahlungen, keine Begrenzung der DGVE/ha auf 2.5) bei der Revision des bäuerlichen Bodenrechts aufrecht erhalten bleiben, bis ganz genau Klarheit herrsche. Genau beobachtet wird auch, was über das aktuelle und das nächste Verordnungspaket (Agrarpakete) geändert wird. 

Eine repräsentative Umfrage der SMP zeigt, dass 75% der über 2‘000 befragten Konsumentinnen und Konsumenten von den traditionellen Schweizer Käsesorten erwarten, dass traditionelle Werte aufrechterhalten werden. Arbeitserleichternde Technologien, wie automatische Melkanlagen oder automatisierte Fütterungsanlagen, sind gemäss der Umfrage kein negatives Argument für das einwandfreie Image der Schweizer Sortenkäse. 

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