3.07.2013 08:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Zucker
Süsse Aussichten für Schweizer Zucker
Die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF) suchen neue Rübenproduzenten oder solche, die ihre Fläche ausdehnen wollen. Die Lager sind leer, die Marktaussichten gut. Dies auch dank Swissness-Bonus.

Um 1000 bis 1200ha möchte Guido Stäger die Rübenanbaufläche im nächsten Jahr ausdehnen. «Es wäre gut, wenn wir mindestens 1000 ha schaffen würden», sagt der Direktor der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF). «Deshalb haben wir unter www.zucker.ch/ eine Umfrage aufgeschaltet. Bis Ende Monat möchten wir in Erfahrung bringen, ob und wie weit bisherige Rübenpflanzer ihre Zuckerquote aufstocken möchten oder ob Neupflanzer bereit wären, in den Rübenanbau einzusteigen.» Für die Mehrmenge ist laut Stäger von ähnlichen Übernahme- und Zahlungsbedingungen wie für Quotenrüben auszugehen.

Ernte 2013 durchschnittlich

Dass die ZAF Rüben suchen, hat zwei Gründe: Die Aussaatbedingungen 2013 waren schlecht, und die Marktaussichten für Schweizer Zucker sind gut. Stäger rechnet dieses Jahr «mit einer schlechten bis mittelmässigen Ernte». Samuel Jenni von der Schweizer Fachstelle für Zuckerrübenbau ist vorsichtig optimistisch: «Wir gehen von einem Durchschnittsertrag von 70t/ha und etwa 220'000 t Zucker aus.»

Das ist deutlich weniger als im Rekordjahr 2011, als 92t/ha gegraben wurden, und auch weniger als 2012 mit 85t/ha – und zu wenig, um die Lager der ZAF wieder zu füllen. Dafür bräuchte es eine Ernte von 280'000 t Zucker.

Swissness-Vorlage

Die Lager wurden erst kürzlich ausgebaut, um Ernteschwankungen auszugleichen – und sie werden Ende Jahr ziemlich leer sein. «Eigentlich wollten wir schon 2013 die Anbauflächen leicht ausdehnen, doch diese Zusatzrüben kamen witterungsbedingt gar nie in den Boden», erklärt Stäger. Gemäss Statistik wurden schweizweit 20'120 ha gesät, das sind nur 500ha mehr als letztes Jahr.

Dabei ist die Nachfrage nach Schweizer Zucker sehr gut. Nicht nur für den Inlandmarkt, auch für den Export braucht die Lebensmittelindustrie die weissen Kristalle. Dank der Swissness-Vorlage, die vor zwei Wochen vom Parlament gutgeheissen wurde, müssen 80 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz kommen, wenn das Produkt das Schweizer Kreuz tragen will.

In der EU wird derzeit diskutiert, die Zuckerquoten 2017 abzuschaffen. Über allfällige Auswirkungen dieses Systemwechsels auf den Schweizer Markt will Stäger nicht spekulieren. In den nächsten Jahren rechnet er aber mit einer anhaltend guten Nachfrage

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