31.03.2014 09:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schwarzwald
Bern
Städter erhalten Einblick in das Landleben
Sie waren sich auf Anhieb sympathisch: die Bauernfamilie Krieg und die Stadtfamilie Aebischer Bärtschi.

Der erste Familien-Besuchstag war ein Erfolg. Durchgeführt wurde er im Rahmen des UNO-Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe vom Bernischen Landfrauenverband VBL, der Lobag sowie der OGG. Der Anlass wurde dazu genutzt, Stadt und Land einander näherzubringen. 

Sympathie füreinander

Die Stadtberner Heiner Aebischer Bärtschi, Gymnasiallehrer, seine Frau Judith Bärtschi, Psychologin, und ihre Töchter Anna Lea und Sarah  fuhren auf das Land. Sie besuchten eine  Bauernfamilie in Wichtrach. Die Eheleute Marinette und Daniel Krieg-Stucki bewirtschaften mit ihren  Kindern Lukas und Lea dort einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Die beiden Familien waren sich auf Anhieb sympathisch. Auf die Frage von Marinette Krieg – Bäuerin mit eidgenössischem Fachausweis und zu 35 Prozent als Mütter- und Väterberaterin tätig –, an die Städter nach ihren Wünschen und Vorstellungen zur Landwirtschaft war die Antwort kurz und bündig: «Mir wünsche üs genau das, was dir machet.»

Nicht geplant

Dass Marinette und Daniel Krieg einmal einen Landwirtschaftsbetrieb führen würden, war nicht von langer Hand geplant. Der Hof an der Wilstrasse 16 in Wichtrach wurde bis Ende 2012 von Marinettes Eltern nach IP-Richtlinien bewirtschaftet. Marinette habe drei Schwestern und sei ausgebildete Kinder- und Säuglingskrankenschwester, habe aber immer auf dem Hof mitgeholfen, so Vater Andreas Stucki, der mit seiner Frau Silvia im obersten Stock des gemeinsamen Hauses wohnt. Es habe ihn und Silvia sehr gefreut, als sich plötzlich eine Hofnachfolge abzeichnete.

Gemüse auf Bestellung

Seit dem 1. Januar 2013 führen Marinette und Daniel – er arbeitet 40 Prozent auswärts im IT-Bereich und hat den Nebenerwerbskurs im Biolandbau absolviert – den 10-ha-Betrieb biologisch mit Ackerbau, Galloway-Mutterkuhhaltung, Gemüse-, Beeren- und Obstanbau, Hofladen, Wochenmarkt und Gemüsekörben auf Bestellung. Dass sie auf die Hilfe von Andreas und Silvia zählen dürfen, schätzen sie besonders. 

Man wünscht sie sich, diese Bauernfamilien, die nur von ihrer Arbeit schwärmen: Daniel, der sich beim Jäten in den Erdbeeren vergisst, Lea, die ihre 38 Hühner fast mit Namen kennt… Dass diese Neben- oder Zuerwerbsbetriebe vielleicht die Zukunft sind, aber im Moment einen ganz kleinen Teil der Schweizer Landwirtschaft ausmachen, darf nicht vergessen werden.

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