24.04.2014 18:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bern
Schaukäserei: Sortenorganisation prüft Mehrheitsengagement
Die Verantwortlichen der Schaukäserei in Affoltern im Emmental möchten einen Millionenbetrag investieren. Dazu hat ihnen bis jetzt ein Investor gefehlt. Nun bringt sich die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland ins Gespräch.

An der letztjährigen Generalversammlung der Schaukäserei war die Stimmung gedrückt. Die Verantwortlichen gaben bekannt, dass jeden Tag ein Verlust von über 1'700 Franken resultierte. Alle Geschäftsbereiche waren betroffen. Die Besucher konnte die Käserei zwar mehr verzeichnen, doch diese konsumierten weniger im Restaurant oder gaben weniger Geld im Laden aus. Insgesamt wurden ein Jahresverlust 668'000 Franken ausgewiesen.

Für das neue Geschäftsjahr gaben sich die Verantwortlichen im vergangenen Juni aber optimistisch. Der Betrieb sollte ein neues Konzept verpasst werden. Die Umsetzung erfolge aber Schritt um Schritt, hiess es damals. Ein freier Sitz im Verwaltungsrat wurde durch die Direktorin von Emmentaler Switzerland, Franziska Borer, besetzt. Ein weiterer Sitz wurde für einen potentiellen Investor freigehalten. Vor seinem Rücktritt als Verwaltungsratspräsident sagte Kurt Nüesch im vergangenen Juni, dass sich die Investitionen einen zweistelligen Millionenbetrag betragen dürften. Dazu seien aber Investoren vonnöten, betonte er.

Nun dürfen die Verantwortlichen der Schaukäserei auf  einen solchen hoffen. Die Delegiertenversammlung der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) beauftragte den Vorstand vergangene Woche, eine Mehrheitsbeteiligung an der Schaukäserei zu prüfen. „Diese soll sich zu einem zentralen Bestandteil Marketingstrategie für Emmentaler AOP entwickeln“, teilte die ES in einem Communiqué mit. Das Projekt lautet auf den Namen „Schaufenster Emmentaler AOP“. Zurzeit teilen sich die Aktienmehrheit die Schweizer Milchproduzenten und der Milchkonzern Emmi. Diese besitzen zwei Drittel an der Schaukäserei.

ES-Direktorin Franziska Borer sagte in der Donnerstagsausgabe der „Berner Zeitung“, dass die detaillierten Arbeiten erst in den kommenden Wochen anlaufen würden. Interimsgeschäftsführer Adrian Aebi von der Schaukäserei bestätigte gegenüber der Zeitung, dass erste Gespräche mit Vertretern der Sortenorganisation in der kommenden Woche anstünden. An der Generalversammlung der Schaukäserei von Anfang Juni 2014 sei keine Beschlussfassung zu erwarten, so Aebi weiter.

Auch der Vorstand der Sortenorganisation will nichts überstürzen. Ein Engagement komme nur in Frage, „wenn ein überzeugendes Projekt mit einem glaubwürdigen Businessplan vorliegt“, heisst es in deren Communiqué.

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