4.12.2018 07:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Schafe
Schafverband: Beffa steht bereit
Beim Schweizerischen Schafzuchtverband (SSZV) ist nach dem Rücktritt von Präsident Alwin Meichtry nun auch Vizepräsident Thomas Eugster zurückgetreten. Ehrenpräsident Peppino Beffa stünde an der DV 2019 für eine Übergangslösung als neuer Präsident bereit, wenn sonst niemand kandidiert.

Nach Informationen des «Schweizer Bauer» ist am Sonntagabend auch SSZV-Vizepräsident Thomas Eugster aus Kemptthal ZH per sofort als Vizepräsident und aus dem Vorstand ausgetreten. Eine entsprechende telefonische und schriftliche Anfrage bei Eugster blieb bisher unbeantwortet.

SSZV-Vorstandsmitglied Hermann Imhof bestätigte am Dienstagvormittag jedoch den Rücktritt. «Mit Bedauern haben die verbleibenden Vorstandsmitglieder diesen Rücktritt zur Kenntnis genommen“, schreibt Imhof. 

Zum Rücktritt beigetragen haben könnte die Reaktion von Vorstandsmitgliedern auf die Teilnahme von Thomas Eugster an der Gründungsversammlung der Produzenten- und Branchenorganisation «Schafe Schweiz» am Freitagabend in Lupfig AG. 

Eugster war «als Schäfer» in Lupfig AG 

Eugster stimmte dort der Gründung zu, betonte aber, dass er als Schäfer und nicht als SSZV-Vizepräsident dort sei und bestätigte auf eine entsprechende Frage hin auch die abwartende Haltung des SSZV bezüglich Schafe Schweiz. Er verwies auf einen Brief, den der SSZV zuhanden von Schafe Schweiz geschrieben habe, der nach wie vor gültig sei.

Mit Rolf Rüfenacht war ein weiteres SSZV-Vorstandsmitglied in Lupfig AG, aber dieser enthielt sich bei den Abstimmungen zur Gründung und zur Genehmigung der Statuten. Offenbar hatte der SSZV-Vorstand beschlossen, dass er nicht an der Gründung teilnehmen wird, und jetzt kam Eugster deswegen in die Kritik.

Bernard Brunold übernimmt interimistisch

Am Montag hat der Vorstand des SSZV laut Hermann Imhof  Bernardo Brunold zum interimistischen Vizepräsidenten bestimmt. „Er ist bis zur DV im Februar 2019 in Aigle hauptverantwortlich für die sachlich korrekte Abwicklung der anstehenden Geschäfte und die Betreuung der Administration und des Herdenbuches. Alle Vorstandsmitglieder sind intensiv eingebunden in die laufenden Geschäfte und nehmen solidarisch, engagiert und gemeinsam die entsprechenden Verantwortlichkeiten wahr“, heisst es in der Mitteilung. 

Anerkannten Mann

An der Delegiertenversammlung des SSZV vom Februar 2019 in Aigle VD muss ein neuer Präsident gewählt werden. In der Branche kursiert die Idee, dass Ehrenpräsident Peppino Beffa einspringen könnte.

Am Dienstagmorgen bestätigte Imhof im Namen des Vorstandes das: «Am Samstag, 1. Dez. 2018 waren alle Präsidenten der Kantonal- und Rassenverbände nach Olten zu einer Sitzung eingeladen. (…) Man kam nach langer Diskussion einstimmig zu Schluss, dass man einen anerkannten Mann, der sich auskennt in der Führung des Verbandes und mit den damit zusammenhängenden Abläufen und Aufgaben, an der DV 2019 in Aigle als Präsidenten für eine noch zu bestimmende Übergangszeit wählen sollte. Einstimmig einigte man sich darauf, Peppino Beffa, der bereits einige Jahre dem SSZV als Präsident vorgestanden ist, anzufragen.“  

Beffa steht zur Verfügung 

Auf Anfrage des «Schweizer Bauer» sagte Beffa am Montagabend: «Wenn sich im Februar 2019 an der Delegiertenversammlung in Aigle VD kein anderer Kandidat für das Präsidium des SSZV da ist, stehe ich für eine Interimslösung bereit.» Er wäre demnach bereit, den Verband wieder in ruhigere Gewässer zu führen, um das Funktionieren des Tagesgeschäftes sicherzustellen. Beffa (Jahrgang 1959) ist Ehrenpräsident des SSZV, er gehörte zwölf Jahre dem Vorstand an und präsidierte ihn von 2001 bis 2007. 

Peppino Beffa ist heute in einem Teilamt in der Exekutive der Gemeinde Schwyz als Säckelmeister tätig. Dort verantwortet er ein Budget von über 70 Millionen Franken. Daneben ist er als Ingenieur-Agronom ETH freischaffend in der landwirtschaftlichen Beratung tätig, was ihm die nötige zeitliche Flexibilität für die erneute Übernahme des SSZV-Präsidium gäbe. 

Vorstand informierte in Olten 

Auch gegenüber dem Vorstand hat Beffa seine Zustimmung gegeben, wie Imhof schreibt. „Damit konnten wir kurzfristig eine Lösung finden, die Kontinuität verspricht.“ Man wolle an der DV 2019 auch die vakanten Vertreter im Vorstand möglichst wieder besetzen. In Olten hat der Vorstand am Samstag laut eigener Aussage die Anwesenden nach den durch die Demission des Präsidenten, Alwin Meichtry, entstandenen Unsicherheiten persönlich über die aktuelle Situation im Vorstand des Schweizerischen Schafzuchtverbandes sowie die Tätigkeitsschwerpunkte bis zur Delegiertenversammlung 2019 in Aigle informiert.

„Die Kantonalverbands- und die Rassenverbandspräsidenten zeigten sich zufrieden über die gesamte Planung und das engagierte Arbeiten im Vorstand und dankte allen Vorstandsmitgliedern und den Verantwortlichen der Administration und des Herdenbuches für ihren zuverlässigen Einsatz in dieser speziellen Situation“ teilt der Vorstand mit. Die Diskussion in Olten sei von einem sach- und lösungsorientierten Geist geprägt gewesen. „Alle wollen zukunftsgerichtet und solidarisch die anstehenden Aufgaben angehen“, heisst es. 

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