14.04.2013 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Mäuse
Schadschwelle bei 40 Mäusen/Hektare
Mäuse vermehren sich zyklisch. Ihr Aufkommen und ihre Schäden werden aber auch durch die Bewirtschaftung beeinflusst. Wer immer maust, hat immer Mäuse – aber nie so viele wie derjenige, der nichts unternimmt.

Mäuse vermehren sich in zwei verschiedenen Zyklen, speziell in Gebieten, in denen der Anteil an Futterbauflächen hoch ist und eher wenig natürliche Mäusefeinde vorhanden sind.

Peak oder Glocke?

Bei der Kurve mit Peak folgt nach einer relativ langen Periode mit minimaler Mäuseaktivität eine starke, aber kurze Massenvermehrung mit einem anschliessenden raschen Zusammenbruch der Population. Eine offene Wiesenlandschaft mit Maulwurfbesatz begünstigt solche Zyklen. Alle fünf bis sieben Jahre kommt es zu Massenvermehrungen mit hohen Ertragsausfällen bis zum Totalausfall. Danach bricht die Mäusepopulation zusammen.

Bei der Glockenkurve folgt nach einer kurzen Zeit mit geringer Mäusedichte eine relativ schwache, lang andauernde Wachstumsphase mit mässigem Maximum und anschliessendem allmählichem Abklingen der Population. Dieser Zyklus tritt oft in strukturierten Futterbaugebieten mit Weiden, Einzelbäumen, Hecken und/oder Waldrandnähe auf. Auf einer Fläche, wo dieser Glockenkurven-Zyklus vorherrscht, hat es immer Mäuse. Die Wiesen liefern zwar stets Futter, dafür wird der Bewirtschafter immer wieder mit Verschmutzung, erhöhtem Erntemaschinenverschleiss, Verschlechterung der botanischen Zusammensetzung und der Futterqualität konfrontiert.

Beobachtungen haben gezeigt, dass das Mäusefangen zu einem Glockenkurven-Zyklus führt. Das Niveau der Kurve richtet sich nach der Intensität der Mäusebekämpfung. Je strenger die Mäuse gejagt werden, desto flacher wird die Populationskurve.

Schadschwelle erreicht

Doch wann soll man mit dem Mausen beginnen? Die Schadschwelle ist erreicht, wenn 10 Prozent einer Fläche mit Bauten belegt sind. Dabei muss man beachten, dass die (unterirdischen) Bauten grösser sind als die (oberirdischen) Haufen. Rechnet man das um, so liegt die Schadschwelle bei 40 Mäusen pro Hektare.

Geringe Mäuseschäden entstehen bei weniger als 30 Mäusen pro Hektare. Die Lücken im Pflanzenbestand belaufen sich auf rund 5 Prozent, der Ertragsausfall liegt bei weniger als 5 Prozent. Dazu kommen Ausfälle wegen schlechterer Futterqualität und Verschleisses der Erntemaschinen sowie die Kosten fürs Abschleppen der Wiesen. Ohne Übersaat beläuft sich der Schaden auf 110 Franken pro Hektare, mit auf 540 Franken pro Hektare.

Kosten pro Hektar Neuansaat: 1890 Franken

Je mehr Mäuse auf der Fläche leben, desto grösser werden die Schäden. Bei 200 bis 500 Mäusen pro Hektare ist die Hälfte der Fläche nicht mehr bewachsen, der Ertragsausfall beläuft sich auf bis zu 70 Prozent. Fällig wird eine Neuansaat, das heisst für den Bauern oder den Lohnunternehmer pflügen, eggen, säen und Säuberungsschnitt durchführen. Der Schaden: 1890 Franken pro Hektare.

Die Wiesenreparatur muss zum Ziel haben, dass man so schnell wie möglich wieder einen Vollertrag einfahren kann. Wenn man den Pflanzenbestand nicht saniert, muss man in den folgenden Jahren mit Ernteeinbussen, schlechterer Futterqualität, steigendem Maschinenverschleiss und höheren Erntekosten rechnen.

Natürliche Feinde

Natürlich ist auch das Mausen nicht gratis. Es kostet je nach Mäusedichte und Methode bis zu 900 Franken pro Hektare. Noch teurer sind die einmaligen Investitionen in einen Mäusezaun. Ein solcher, rund 25cm tief eingegraben, hält Mäuse fern. Wird der Mäusedruck ennet des Zauns aber zu gross, unterwandern die Schädlinge das Hindernis. Wichtig ist deshalb, dass links und rechts des Zauns gemaust wird. Dem Zaun entlang muss ein Streifen grasfrei gehalten werden.

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